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Die Jugend von heute...bleibt auf der Strecke

2009-01-03
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Es ist wirklich komisch. 10 Jahre nach der ersten Spielgemeinschaft hat dieses Mogelmodel immer noch Konjunktur. Da gibt es 2 Vereine, die haben mehr oder weniger Spieler, bzw mehr oder weniger gute Spieler. Und wie einfach es ist dann alle Spieler in einen Pool zu werfen, gut zu mischen, und 2 oder mehr leistungsstarke Mannschaften daraus zu bilden, haben wir bei vielen namhaften Beispielen in den letzten 10 Jahren erkennen können. Eine Entwicklung, bei der am satirischen Ende noch 2 Vereine übrig bleiben, die dann mit jeweils ca 50 Mannschaften in 7 unterschiedlichen Klassen gegeneinander den Wettbewerb führen.
Schade nur, dass das eigentliche Problem, nämlich der mangelnde jugendliche Zuwachs mit solchen Methoden weiter vertuscht und ein Lösungsweg auf ganz einfache Weise umgangen wird. Aber eigentlich müßte man doch auf Verbandsseite und Vereinsseite erkennen, dass dies über Jahre hinweg in eine Sackgasse führt. Es möge nun derjenige recht haben, der nun aufsteht und behauptet, es würde keinen Unterschied machen, ob sich 2 Vereine als Spielgemeinschaft zusammen tun, oder ob die Spieler des einen Vereins alle zu dem anderen Verein wechseln. Es gibt jedoch einen klitze kleinen Unterschied in der Realisierung. In einem Verein gäbe es nämlich sicherlich Spieler, die bereit wären unter dem Namen der SG zu spielen, aber nicht in einem vielleicht vorher konkurrierendem Verein, wo noch dazu den eigenen Verein aufgelöst werden soll.
Unter Umständen, bei denen es die Möglichkeit der Spielgemeinschaft nicht geben würde, gäbe es aber eine neu, etwas unbequemere Art, den freien Fall des eigenen Vereins zu stoppen. Man könnte auf Vereinsebene Schulen, Jugendzentren, Kneipen oder Universitäten abklappern und nach neuen Spielern suchen. Jetzt werden sicher wieder Leute aufstehen und Sätze sagen die sich vielleicht so oder ähnlich anhören...

Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

... und aus diesem Grund ist es schwer Jugendliche zum Tischfussball zu bekommen und hat ja auch gar keinen Sinn es überhaupt zu versuchen.

Die Wahrheit über dieses Zitat ist allerdings, dass es von Sokrates, einem Griechischen Philosophen der ca 400 v.Chr gelebt hat, stammt und man damals vor fast 2500 Jahren schon genauso von der Jugend von heute geredet hat, wie es die Erwachsenen heute tun, die alle logischer Weise auch mal Jugendlich waren.

Und wenn ich mir dann mal so recht überlege, welche Basis ein Neuling beim STFV hat, wenn er sich dann mal zufällig unserem Verband anschließt, dann erkennt man, dass es ein solcher Neuling in der untersten und scheinbar schwächsten Klasse des Verbandes nicht nur mit alten Tischfussball-Haudegen zu tun bekommt, sondern auch mit Verbandsliga- oder Landesligaspielern, bis hin zu Saarlandmeistern die voll im Saft stehen und sich neu gegründeten Vereinen anschließen, um dann über die Dörfer zu reisen und sich bei den eigentlichcn Kreisligisten, Anfängern und Breitensportlern das Selbstwertgefühl aufzupolieren.
Das sind also die Bedingungen, die ein Neuling bei unserem Verband vorfindet. Bedingungen die von Erwachsenen geschaffen werden. Die Konsequenz ist wohl, dass es viele Neulinge gibt, die nach dem Passantrag auch bald wieder von der Bildfläche verschwinden. Vielleicht gibt es ja eine Statistik die diese Behauptung widerlegt. Ich persönlich kennen aus eigener Erfahrung mindestens 10 Neulinge, die in den letzten beiden Jahren, mit viel Spaß am Tischfussball, ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwanden, weil die Lorbeeren in der Kreisliga, in der eigentlichen Einsteigerklasse, ganz einfach viel zu hoch hängen. Könnte dies also der Grund sein, dass die Altersstruktur in allen Liga ständig zu steigen scheint? Oder sind es doch die Jugendlichen, die nicht bereit sind, sich durch zu beißen ?
... oder könnte es an Erwachsenen liegen, die bequem, innovationsfaul und egoistisch genug sind, um gegen eine solche Entwicklung Konzepte und Kampagnen zu starten. Na, zumindest wurde ja schon mal mit Alexander Kropp ein Jugendbeauftragter installiert, der allerdings genauso Chancenlos und allein gelassen das Handtuch warf, wie es sein Nachfolger Kai Sick heute ist. Politisch wirklich eine weise Entscheidung. Allerdings Konzeptlos und ohne Aussicht auf Erfolg da man sich ja jetzt schon gar nicht mehr um das Thema Jugendarbeit kümmern muß. Mit der Gewissheit, dass es einen Beauftragten gibt, kann mich jetzt wieder dem Tagesgeschäft widmen, was zum Großteil das Sammeln von Spielberichten beinhaltet
Trotzdem, das Gewissen ist mit dem Jugendbauftragten erstmal befriedigt und kurzfristig helfen die Spielgemeinschaftsmogelpackungen weiter den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Freuen wir uns also auf ein weiteres Jahr in der Kreisliga, in dem die höherklassigen Spieler die Runde drehen und es ihrem Ego gut gehen lassen in dem die Tischfussballneulinge mit ner großen Packung Frust nach Hause geschickt werden. Doch zumindest brauchen sich diese Teams nicht um ne Spielgemeinschaft zu kümmern, denn mit dem Siegen kommt ja auch der Spaß zurück und der Aufstieg ist vorprogrammiert ... zu mindest in den meisten Fällen



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