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Coppola-Show im Schlosstheater

2009-04-29
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Das war also nun der Länderpokal 2009. Die Auswahlspieler der verschiedenen Bundesländer zu Gast im Saarland. Die Veranstaltung war sowohl vom OTC Ottweiler, als auch vom DTFB eine perfekt geplante Sache. Klasse Verpflegung, Spiele nach Zeitplan, optimale EDV Ausstattung, gute Tische unter anderem vor 2 Tribünen, sauber und ordentlich auftretende Teams und emotionaler Sport. Das Saarländische Team wurde von Toni Coppola und Holger Mersdorf benannt und betreut, die sicher viel Zeit, Nerven und Telefongebühren investieren mußten.

Schon bei der Vorstellung der Mannschaften wurde allerdings klar, dass das Losglück nicht der Gruppe 1 holt war. So waren, mit Ausnahme der Auswahl aus Niedersachsen, die Auswahlmannschaften der Gruppe 2 aus Hamburg, Bremen, Berlin und Rheinland/Pfalz nicht in Topbesetzungen angetreten. Anders in der Gruppe 1. Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland starteten mit großen Erwartungen und mußten sich mit Baden Würtemberg und einer Gesamtauswahl aus den Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen/Anhalt um die 4 Plätze im Viertelfinale kämpfen. Mitteldeutschland, also die Auswahl aus den neuen Bundesländern entpuppte sich als sehr engagiertes Team für die Zukunft. So machte es Spaß zu sehen, dass dieses Team am Sonntag nach ihrem Ausscheiden um ca 11h noch bis ca 17h in der Halle verweilte um Tischfussball zu spielen, obwohl noch 6 Stunden Autofahrt vor ihnen stand. Hand aufs Herz. So was ist einmalig. 99% aller Teams die ich kennen gelernt habe, hätten sich auf die Heimreise gemacht.

Die Saarlandauswahl mußte im ersten Spiel des Tages gegen Bayern ran. 5 Punkte am fremden Soccer-Tisch reichten allerdings nicht aus, um Bayern zu schlagen, da man am Heim-Tisch Bonzini nicht ganz so souverän war. So ging die Partie 13:15 verloren. HeimTisch Bonzini. Sicher dem Saarlandtisch am nächsten. Aber nach der Bonzinizeit 2005 im Saarland ist dieser Tisch auch eher wieder Geschichte und so trifft man an so einer Veranstaltung genügend Nichtsaarländer, die mehr Spielpraxis vorzuweisen haben, als die Saarlandauswahl. Trotzdem kommt der Bonzini dem Saarländer von allen ITSF-Tischen am nächsten und so wurde er auch sicher richtiger Weise als Heimtisch gewählt.

Im 2.Spiel gegen Würtemberg legten die STFV-Damen dann den Grundstein zum Sieg. Mit 8:0 gingen die Damen vom Tisch und brachten das Saarland auf die Gewinnerstrasse zum 21:7 Sieg.

Hessen war der Gegner im 3.Spiel. Der Tornado als Heimtisch stellten die Saarländer vor ein ganz großes Problem. Und so entwickelte sich die 2.Hälfte der Begegnung zu einem Freundschaftsspiel, da Hessen es schaffte auch am Bonzini zu Punkten und sich die saarländischen Tore am Tornado vom Leibe zu halten.

Im letzten Spiel des Tages wurden die Newcomer aus Mitteldeutschland klar besiegt. In der Tabelle stand das Saarland in der Gruppe 1 auf dem 3.Platz. Da Niedersachsen in der Gruppe 2 Konkurrenzlos war, das Saarland aber am Sonntag Morgen noch die schwere Partie gegen Nordrhein-Westfalen vor sich hatte, war der 4.Platz realistisch und somit ein Viertelfinale gegen Niedersachsen sehr wahrscheinlich.

Am Sonntag Morgen war der letzte Gegner dann Nordrhein-Westfalen mit ihrem Superstar Dirk Wahl. Der hielt auch Anfangs, was er versprach und schlug gleich 2 Mal am Bonzini zu. Allerdings konnte die STFV-Auswahl diesmal zurück schlagen, und schaffte letztendlich 4 Unentschieden am Tecball was letztendlich zu einem 14:14 reichte. Das Unentschieden half dem Saarland aber nicht mehr sich den vierten Platz der Gruppe vom Hals zu halten und so stand das Viertelfinale gegen Niedersachsen bevor.

Niedersachsen, mit 5 Nationalspielern als Topfavorit in dieses Event gestartet, wäre an diesem Wochenende, mit der gesamten Tischauswahl Konstallation, wenn überhaupt nur vom Saarland zu schlagen gewesen. So entwickelte sich eine brand heisse Begegnung in der das Saarland schnell 2:6 zurück lag. Dann folgten 6 Remis in denen STFV-Spieler bei teilweise klaren Führungen keine Doppelten Punktgewinne einfahren konnten. Beim Zwischenstand von 8:12 gab es eine letzte Mannschaftsrunde in der ein letztes Aufbäumen beschworen wurde. Die Aufholjagd läuteten die Mädels Jennifer Baldes und Elke Heinz ein, die mit ihren Siegen im Einzel das Saarland zum 12:12 aufschließen ließen. Trotzdem hatte Niedersachsen noch ein Doppel mit Tim Ludwig im Rennen, der von den Nationalspielern an diesem Tag als einziges überzeugen konnte. Aber auch auf Ludwig hatte das Saarland, nachdem die Mädels die Halle zu kochen brachten, mit Toni Coppola eine Antwort. Sichtlich gereizt von dem ein oder anderen Kommentar, gab es die Coppola-Show im Schlosstheater ohne Fehlschuss und ohne Chance für die Nationalspieler Ludwig/Wahle. Ähnlich Emotional und stark sorgten Klaus Bock und Mehmet Kosar im letzten Match der Partie für den letzten Notwendigen Punkt und es blieb Klaus Bock überlassen, das Letzte Tor aus der Defensive zu erzielen. Kosar mit 5 Punkten, die Mädels Baltes und Heinz, sowie die Coppola-Show waren Garant für den Sieg im Viertelfinale, gegen ein Team aus Niedersachsen, dass anders nicht zu schlagen gewesen wäre.

Das Halbfinale war mit dem Saarland komplettiert und bildete ein Treffen der 4 Viertelfinalisten aus Gruppe 1. Während Hessen Bayern klar besiegte, traf Nordrhein-Westfalen auf eine sichtlich ausgepowerte STFV-Auswahl. Westfalen führte über die gesamte Begegnung und immer wenn das Saarland aufschliessen konnte, schlug Westfalen zurück. Knackpunkt war auch in diesem Match wieder Dirk Wahl, der am Bonzini 4 Punkte ein fuhr und bei 13:13 die Begegnung am TecBall für sein Team entschied.

Im Finale stand Westfalen dann wieder den Hessen gegenüber, und hatten mit dem Tornado ähliche Probleme wie die Saarländer ein Tag zuvor. So war das Finale schnell entschieden und Hessen Länderpokalgewinner 2009.

Als Saarländer bleibt die Erkenntnis, dass auch ein Mehmet Kosar und Patrick Glocker es schwer haben, an fremden Tischen zu punkten, so lange es im Saarland nur Wettbewerb ohne Stellenwert an diesen Tischen gibt. In Spielen gegen Gegner, die an solche Tische auch im Schlaf beherrschen, ist nicht mit Routine, sondern nur mit hohem kämpferischen Aufwand das Punkten möglich. Und dies ist über ein komplettes Wochenende nicht möglich. Auch die Vorräte am Bonzini werden mehr und mehr aufgebraucht, so dass auch eine evtl. Bundesliga in der Form des Länderpokals dem Saarland nicht lange Freude machen würde.

Ein Lichtblick, aber auch nicht mehr, war das Auftreten des STFV-Vorstands. Neben Josef Cornelius und Toni Coppola, die gezwungener Massen da sein mußten, wurden auch Fred Schreiner, Dieter Grenner, Tina Schmidt und Dieter Peuser gesichtet. Die Saarlandauswahl hat sich beim Länderpokal an ausschließlich fremden Tisch sportlich gut verkauft. Auch zwischen den Spielen wurde analysiert und beraten, was in einem Mamutverband wie der STFV falsch läuft, und wo Reformen her müssen. Und auch wenn 95% der Saarländer zum Tischfussball spielen nicht weiter wie Waldmohr fahren, ist die sportliche Verantwortung und Konkurrenzfähigkeit im Vergleich mit den restlichen Bundesländern so lange gegeben, so lange man Mitglied beim DTFB ist. Diese Entscheidung wurde von der Generalversammlung im Januar 2009 nochmal bestätigt. Den auch die Zuschauerresonanz von subjektiv geschätzten 25 zeigt, dass hier mehr zu tun ist, als mach einer glaubt. Wer am Wochenende dabei war, hat den ein oder anderen guten Vorschlag gehört oder gesehen. Wenn überhaupt Interesse besteht. Da war Beispielsweise von einer außerordentlichen GV die Rede, in der es nicht um Vorstand und Schiedsgerichtswahlen, sondern um die SPORTLICHE Zukunft des STFV geht.



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