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Soccerliga - ein Produkt der Hilflosigkeit und mangelden Kommunikation.

2009-07-27
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Was hat man sich für das Jahr 2009 von dieser neuen, jetzt mit Saarländern angepasstem Regelwerk alles versprochen. Den Leuten mit den Saarländischen Regeln die Angst vorm Soccer zu nehmen. Man hat einen Klassenleiter der Soccerliga in den Vorstand integriert und das Schiedsgericht mit einem Soccerliga-Vertreter erweitert, um zu zeigen, wie ernst man es doch mit der Soccerliga meint.

Der Stellenwert der Liga blieb jedoch wieder mal von Anfang an auf der Strecke, und das Bemühen um den Ligabetrieb fehlte schon bevor die Sache innerhalb 1 Woche im Crashverfahren endgültig ins Leben gerufen wurde. Von Anfang an war der dritte Fehlversuch der Soccerliga-Integration von Spielverlegungen und Spielabsagen geprägt. Und so bleibt als letztes Ziel, für das man ein Minimum an Kraftanstrengung bereit ist zu investieren, zu mindest die Spielergebnisse zusammen zu bekommen. Dazu wird nun wieder auf die bereits bekannten Bündelsoccerspieltage zurück gegriffen, um wenigsten ein paar Spiele ausgetragen zu bekommen. Und dabei war es doch so was von absehbar, dass dieser Versuch wieder in einer Hobbyliga ohne Wert und Interesse endet.

Was will man aber denn auch von den Spielern aus überwiegend Landesligamannschaften erwarten. Das ganze Jahr nur noch Tischfussball? Die Saarlandliga umfasst für Topteams 30-33 Wochenenden im Jahr. Dazu kommt die Bundesliga, die Saarlandmeisterschaft, die Ranglistenturniere an Ostern und das ein oder andere Weltranglistenturnier. So landen wir bei satten 40 Wochenenden. Und jetzt kommt noch jemand auf die Idee, die Soccerliga zusätzlich zu spielen und wundert sich dann, dass niemand bereit ist an einer weiteren Liga teil zu nehmen. Es ist alles so halbherzig! Wenn man sich doch entscheidet, einen Weg des DTFB mit zu gehen, dann muss man doch auch das Rückgrat haben, mutige Entscheidungen zu treffen oder zu mindest mit seiner ganzen Autorität zu unterstützen. Doch da werden Hoffnungen verfolgt, die in 20 Jahren noch keinen Erfolg bringen. Auf einen DTFB Jugendtisch zu hoffen, der in Jugendzentren verteilt wird um darauf warten, dass ne Soccerszene entstehen wird ist doch total Weltfremd. Wenn so was von selbst entstehen würde, hätte in den letzten 10 Jahren im Saarland eine Karstadt-Real-Baumarkt-Quelle-Soccerszene entstehen müssen, weil diese Tische zur Zeit nur noch in unseren Jugendzentren zu finden sind.

Wenn ich am großen runden Tisch sitze, eine Entscheidung mit trage, muss ich zu Hause auch alles versuchen, um diesen Schritt weiter zu verfolgen. Und wenn das politisch nicht umzusetzen ist, dann zieht man daraus seine Konsequenzen. Aber zu mindest muss vorher alles versuchen werden. Aber im Saarland wurde bisher beim Thema Soccer so gut wie nichts versucht. Eine höchste Liga im Saarland muss unter Bedingungen gespielt werden, die einem Spitzenspieler auch National weiter helfen. Wer dies nicht will, muss allerdings auch die Möglichkeit bekommen, Tischfussball auf die gewohnte Weise weiter spielen zu können. Und dies Geschieht nur bei einer klaren Trennung zwischen Breitensport und Spitzensport.

Doch zuerst muss sich der STFV mal im Klaren sein, was er will. Es heißt immer man braucht eine Lösung, mit der alle zufrieden sind. Doch bisher werden immer nur Mehrheiten zufrieden gestellt. Die Minderheiten, nämlich die die sich der Herausforderung im Nationalen Wettkampf stellen, bleiben im Saarland auf der Strecke und werden vom STFV behandelt wie ein Krebsgeschwür, dass ständig wuchert und nicht still zu kriegen ist. Dabei kann man gar nicht oft genug darauf hinweisen , dass der STFV den Weg des DTFB voll unterstützt hat, und jetzt nur kleckert. Was das Soccern angeht, ist einfach nichts Brauchbares zu finden.

Ich vermisse ein klares Konzept, mit einer klaren Stellungnahme zu diesem Problem, dass bei den STFV-Mitgliedern ein Bewusstsein für diese Problematik hervorruft.

- National spielen wir an einem Tisch und als größter Verband müssen wir, nach dem die Bundesligaplätze schon geopfert wurden, langfristig zur Deutschen Spitze gehören.

- Es gibt Soccer-Interessierte im Saarland. In Bliesen waren 13 saarländische Doppel am Start, obwohl über die Hälfte der Saarlandauswahl nicht gemeldet wurde. Für diese Leute muss Wettkampf im Liga-Altag geschaffen werden. Und dies geht nur als Kombination Handsberg/Soccer am Freitagabend in der höchsten Klasse.

- eine parallel Soccerliga ist zu Zeitaufwendig, ohne Stellenwert und deshalb zum scheitern geweiht.

Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten - man muss sich ein Konzept überlegen, dass auch unter den Interessierten kommuniziert wird. Und hier scheitert die Sache noch bevor sie umgesetzt wird. Die Mitglieder sollten doch wissen, welche Pläne und Vorhaben beim STFV zu gewissen Problematiken laufen und angestrebt werden. Aber wenn überhaupt, erfährt man nur noch von Insidern etwas. Und dies betrifft nicht nur das Thema Soccer. Ich bin mir nicht sicher, was dieses Verhalten bewirken soll oder was man sich davon verspricht. Auf jeden Fall sind die vielen unbeantworteten, zum größten Teil aber sachlich gestellten Fragen im, wohlgemerkt offiziellen Forum des STFV, Basis für wildes Rätselraten, mutmasslichen Spekulationen und blinden Unterstellungen. Nicht aber Grundlage einer guten Kommunikation zwischen Verband und gut zahlenden Mitgliedern.



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