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Bliesen, Ottweiler und Burbach halten die Klasse

2009-09-28
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Mit dem OTC Ottweiler, dem TFC Bliesen und dem TFC Braddock Burbach haben 3 saarländische Teams den Klassenerhalt in der Tischfussball-Bundesliga geschafft.
Einzig der TFC Heusweiler war im rein saarländischen Duell um Platz 21 dem TFC Bliesen unterlegen und steigt in die 2.Liga ab.

Nachdem der TFC Braddock Burbach mit dem 5.Platz der Gruppe 2 die Play-Offs knapp verpasste und im weiteren Verlauf die Runde um Platz 9-16 spielte, schlossen die übrigen 3 Teams die Gruppenphase mit zwei letzten und einem vorletzten Platz ab. Somit mußten sie in der Abstiegsrunde antreten.
In der ersten Runde konnte der OTC Ottweiler als erstes den Hals aus der Schlinge ziehen. Mit einem deutlichen Sieg gegen den KC Pfalzdorf, war schon mindestens Platz 20 erreicht und somit der Klassenerhalt gesichert. Bliesen und Heusweiler verloren ihre erste Begegnung gegen verstärkt besetzte Teams aus Passau und Klein Zimmern. Doch durch Siege gegen Pfalzdorf und Lok Hannover, kam die Chance zum Klassenerhalt über das bereits erwähnte Spiel um Platz 21, das Bliesen für sich entscheiden konnte.

Sicher ist diese Bilanz nicht prädestiniert um aus saarländischer Sicht Freudenspünge zu tätigen, aber es ist ein Schritt um die Spezies Saarländer in der Bundesliga vielleicht doch noch länger erhalten zu können. Außerdem waren teilweise überraschend gute Ansätze zu sehen. Der TFC Heusweiler spielte die 1.Partie gegen Mainz 16:16 unentschieden, und ließ auch sonst mit knappen Ergebnissen aufhorchen. Vielleicht wäre mit dem ein oder anderen Turnierbesuch, oder auch Ligaspiel in der Soccerliga, mehr drin gewesen. Oder besser gesagt es wär mehr drin gewesen. Ein Tabellenführer der Landesliga kann Tischfussball spielen. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

Bleibt jetzt die Frage, wer sich diesen Minimalerfolg bei der Bundesliga auf die Fahnen schreiben darf. Ist das Angebot, die Anreize und Konkurrenzsituation im Saarland und vom STFV oder die kostspielige Variante der Eigeninitiative der Vereine Ottweiler, Burbach und Bliesen? Wie geht es weiter mit dem Thema Soccer im Saarland. In Berlin gab es Anregungen einer kleinen Turnierserie. Nur wer nimmt die Sache in die Hand? Sicher ist ein kleineres monatliches Soccerturnier ein guter Start und eine Hilfreiche Sache. Aber es muss auch Ligabetrieb her. Bliesen und Ottweiler haben dem Saarland eine dritte Chance gegeben. Es muss jetzt was passieren.

Wenn es schon unmöglich erscheint, Soccer in den alltäglichen Ligabetrieb zu integrieren, muss man zumindest diesen Ligabetrieb so reduzieren, dass einem engagierten saarländischen Soccerspieler, noch die Zeit für andere Dinge im Leben bleiben als Tischfussball zu spielen. Wenn man also unbedingt die galvanische Trennung zwischen Handsberg und Soccer beibehalten will, dann muß der Spielplan am Handsberg zurück gefahren werden. 26 Spieltage + im Schnitt 4 Pokalspiele + 2 Bundesliga Wochenenden + 16 Soccerspieltage kommt man auf 48 Wochenenden Tischfussball. Das machen die wenigsten mit. Zumindest nicht als Dauerlösung.
Auch die Idee die saarländische Kräfte auf 2 Teams zu konzentrieren ist höchsten Flickschusterei, aber keine nachhaltige Lösung, da hier auch die Leute nach und nach bei ständig stärker werdender Konkurrenz und hohem materiellen Aufwand, gerade beim Finale in Berlin, die Lust verlieren. Braddock Burbach wird im nächsten Jahr kein Bundesliga mehr melden, sollte sich die Konkurrenzsituation und der Stellenwert vom Soccer beim STFV nicht ändern. Zudem hat sich die Tatsache, dass das Finale jedes Jahr in Berlin gespielt werden soll, als weitere Hürde erwiesen. 9 bis 13 Stunden Autofahrt wird die Mannschaften zusätzlich zur Hürde Soccer Spieler kosten. Bliesen, Heusweiler und Burbach waren in diesem Jahr mit gerade mal 6 eigenen Leute angetreten. Die Idee und die Visionen, die so was hervor rufen in allen Ehren. Aber manchmal frage ich mich, was da schief läuft, warum die Bundesligaspieler aus dem Saarland vom STFV, aber auch vom DTFB, vor so hohe Hürden gestellt werden. Bundesligaspieler ! In Deutschland ein Titel – Im Saarland ein Stiefkind.



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