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Der Medaillenspiegel von Nantes in Deutscher Hand

2010-01-11
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Mit 6 x Gold, 2x Silber und 1x Bronze war Deutschland die erfolgreichste Delegation bei der WM in Nantes. Fairer weise sollte allerdings als Überlegung im Raum stehen bleiben, ob die USA mit den 3 ganz fetten Coups insgeheim nicht doch der heimliche Gewinner dieser WM ist. Wir bleiben diesmal jedoch dem Motto treu, Quantität geht vor Qualität und fühlen uns als sichere Sieger.

2 der goldenen Medaillen staubten die U18 Junioren ab. Die Jungs um U18-Weltmeister Timo Weikenmeyer besiegten im Halbfinale furios das Team aus Österreich um dann den Niederländern im Finale den Titel vor der Nase weg zu schnappen. Dabei trumpften Janik Trabert und Torben Merz mit ihren gerade mal 13 Lenzen gegen die deutlich ältere Konkurrenz ganz groß auf. Mit Kampf, Einsatz, Siegeswille und gutem Spiel pushten sie sich von Sieg zu Sieg und legten in beiden Spielen die Grundsteine der deutschen Siege die durch Christian Cicchelli und Timo Weikenmeyer nach Hause gefahren wurden.

Die andere Seite der Altersskala machten es den Jungs mit den Milchgesichtern in ähnlicher Form nach. Sie hätten sogar noch einen drauf legen können. Nach dem Ulli Stoepel im Einzel, Finale gegen Johann Wahl, und im Doppel, an der Seite von Friedrich Kircher, in den Ü50 Disziplinen der Konkurrenz keine Chance ließ, stand der Duke den Senioren im Teamwettbewerb nicht zur Verfügung, da er in der Herren Nationalmannschaft nominiert war. Im Nachhinein ein gravierender Fehler der die Senioren den Titel kostete. Das Finale gegen die USA stand auf des Messers Schneide und gerade Greg Perry, der im Einzel-Halbfinale von Stoepel eine Abfuhr im Lehrbuchstil erhielt, erkämpfte der USA 2 von 3 notwendigen Punkte für den Weltmeistertitel. Im Nachhinein sind wir alle schlauer. Alle? Nein nicht alle. Charly Friessem hat es vorher gesagt und er sollte recht behalten. Aber auch die Silbermedaille ist für Frieda und Co, um Ihren Kapitän Josef Cornelius ein toller Erfolg.

Der Emotionalste Höhepunkt der ganzen Sportveranstaltung aus Deutscher Sicht war sicher der Freitag Abend. Im Damendoppel Finale standen Simone Burkard und Sandra Ranff vor französischer Kulisseen Französinnen Marine Pohl und Anais Noel gegenüber. Im Ersten Spiel gab es am Bonzini sofort ein Break für das Deutsche Team ehe Frankreich am TecBall zurück schlug und 3:0 in Führung ging. Die Halle fing an zu Kochen und die Franzosen übertrafen sich mit Sprechchören. Doch auch hier konnte Deutschland zurück schlagen und es entwickelte sich eine wahre Sprechchören-Schlacht in der sich die Weißen und Blauen Fans ununterbrochen den Ball hin und her spielten. Im Fußball Stadion hätte es hier eine Massenschlägerei gegeben. Doch beim Tischfußball blieb es fair, freundlich und sportlich. Am Tisch ging Deutschland zwischenzeitlich mit 2:0 in Führung. Doch auch Frankreich konnte zurück schlagen und zum 2:2 ausgleichen. Es entwickelte sich ein Krimi in dem einerseits Sandra Ranff und anderseits Anais Noel über sich hinaus wuchsen. Im 5. und entscheidenden Satz zwangen Burkard/Ranff die Französinnen dann doch in die Knie und sorgten für einen weiterer Emotionaler Sieg verbunden mit einer weiteren Markierung auf Klaus Gottesleben's Strichliste hinter dem G. Ein großes Finale mit klasse Leistungen , tollen Szenen und riesigem Sport.

Vielleicht werden wir viele dieser Szenen demnächst auf Eurosport 2 zu sehen bekommen. Und es wird die Zeit kommen, dann wird nicht mehr Phil Taylor die Fußballloseauf DSF überbrücken , sondern Torben Merz, Janik Trabert, Christian Cicchelli und Timo Weikenmeyer. Ob dann auch ein Vertreter des 2000 Mitgliederverbands STFV zu sehen sein ist unwahrscheinlich. In Nantes waren 2 Saarländer am Start. Wolfgang Lawal und Josef Cornelius. Aus einem Verband, der 2/5tel aller Deutschen registrierten Tischfußballer in seinen Reihen gemeldet hat. Und so kehrt man von einem großen Turnier zurück und stellt sich immer und immer wieder die Frage, was da falsch läuft.



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