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SG Spiesen in der 2.Bundesliga hingerichtet.


2010-03-13
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Die Überschrift für diesen Bericht wurde bewußt so grass gewählt, soll aber keines Falls die Leistung, das Engement und den Aufwand der SG Spiesen beim 1.Spieltag der 2.Bundesliga negativ und unwürdig da stellen. Im Gegenteil. Der SG gehört ein großes Lob, sich überhaupt der Konkurrenz in dieser Klasse, als noch einzig übrig gebliebenes Team aus dem Saarland zu stellen. Bei Bedingungen, die für ein saarländisches Team mehr als ungleicher Wettbewerb, ungleiche Bedingungen und mangelnden Vorbereitungsmöglichkeiten bedeutet, ist es eigentlich sogar verwunderlich, dass ein saarländisches Team überhaupt noch Spieler zur Verfügung hat, eine solche Reise anzutreten.

Stellt sich die Frage, ob nach so einer demotivierenden Veranstaltung, die SG schon am nächsten Spieltag wieder antreten wird. Und das zurecht.

Die Problematik war abzusehen. Nach dem die Bundesliga in den letzten 3 Jahren gerade zu von Soccer und P4P Spielern überschwemmt wurde, war es auch abzusehen, dass auch in der 2.Bundesliga die Konkurrenz mehr und mehr mit Spielern nachrüsten wird, die aus den Soccer-Szenen kommen und dort das Spiel mit den 8 Stangen gelernt haben.

Die SG ist sicher mit der ein oder anderen Hoffnung angetreten, den ein oder anderen Punkt mehr ergattern zu können. Wenn man allerdings Gegner hat, die ausschließlich eine Soccerbauart spielen, ist es schon fast unmöglich, an einem solchen Tisch ein annäherndes Niveau zu erreichen, wenn gleichzeitig auch noch die Landesliga bestreiten werden muß, in der die Konkurrenz schon stark genug ist.

Und so wird im nächsten Jahr aus dem Saarland vielleicht der oder andere neugiere Verein die Reise zur 2.Bundesliga als Vereinsfahrt, des gemütlichen Beisammen sein, nutzen und im Jahr darauf auf die Idee kommen, dass man diese Investitionen auch in diversen Party-Hotels unterbringen kann.

Die Bundesligateams werden es dieses Jahr genauso schwer haben und es wird ein enormer zeitlicher und finanzieller persönlicher Aufwand betrieben werden müssen um auf internationalen Turnieren in der Ferne Wettkampfpraxis sammeln zu können.

Da der STFV nicht in der Lage ist, im Saarland eine ordentliche Plattform zu bieten, die einen saarländischen Verein gut gerüstet zu einer nationalen Veranstaltung fahren zu lassen, werden Saarländer mehr und mehr aussterben. Aber auch die Rückläufige Situation der letzten Jahre und auch das Debakel der 2.Bundesliga 2009, bei der am 2.Spieltag 4 Teams nicht antraten, lassen den Verband ganz gelassen. Auch das unter den besten 6 saarländischen Mannschaften aus 2009 nur eine den nationalen Vergleich sucht, und alle anderen, inklusive dem Saarlandmeister, mit Desinteresse glänzen scheint keinerlei Unwohl befinden auszulösen.

Manchmal fragt man sich mit welcher Selbstsicherheit die Entscheidungsträger und Meinungsführer sich bei diesem Thema über Wasser halten, und was überhaupt der Grund zu diesem sturen handeln ist.

Gut, es gibt Spieler, die befinden sich im Alter zwischen 45-50 Jahren die den deutschen international anerkannten Tisch als Dreckstisch bezeichnen und in öffentlichen Foren ihren Rücktritt vom Tischfussball androhen, wenn der deutsche Tisch nur in irgend einer Weise in den Spielbetrieb integriert wird. Also frei nach dem Motto – Nach mir die Sintflut – Wer so einer Meinung nur ein Gramm Gewicht schenkt, versagt auf ganzer Linie.

Es gibt allerdings auch Mitglieder des geschäftsführenden Vorstand, die sich ähnlich in der Öffentlichkeit geäußert haben aber auch Mitglieder aus diesen Reihen, die schon immer als Grundeinstellung zu beherzigen wussten, gegen alles zu stimmen und zu schießen, was beim TFC Braddock Burbach praktiziert wurde. Und da der Präsident des Deutschen Tischfussball Bunds ein ehemaliger aktiver Spieler des TFC Braddock Burbach ist und ein großer Unterstützer der Globalisierung des Tischfussball´s ist kann man aus dieser Richtung auch keine innovativen Ideen bzw. Zustimmung erwarten.

Aber wie bitte stellt sich ein STFV die Zukunft des saarländischen Tischfussball´s national vor. Was glaubt man eigentlich, wie lange noch Mannschaften zum Abschlachten am Soccer Zeit, Aufwand und Geld investieren.

Auch wenn 2009 mit nur einem Absteiger aus der Bundesliga die Saison als erfolgreich zu sehen war, bestand die Bundesliga zum größten Teil jedoch aus Niederlagen. Einzig der ein oder andere Sieg in der Abstiegsrunde half den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Hätte man 2007 die Weichen in vernünftige Bahnen gelenkt, wäre in diesem Jahr genügend Potential für eine ordentliches Konkurrenz vorhanden. Aber Jahr für Jahr wird immer mehr Potential zerschlagen und die Maßnahmen dagegen sind nicht mal halbherzig.

Josef Cornelius organisert in diesem Jahr die Soccerliga und die Chance ist dadurch sehr groß dass es auch einen Gewinner gibt und die Liga zu Ende gespielt wird. Allein dieser Missstand der letzten Jahre ist wirklich mehr als peinlich. Und trotzdem wird auch die Soccerliga keine Vorbereitung auf die Bundesliga sein. Ein Ullrichkicker ist erstens kein Tecball und ein Tag Soccer vor einem Bundesliga Wochenende, ist wie wenn der STFV-Vorstand heute auf den Fussballplatz bolzen geht, um nächste Woche gegen Fredi Bobic & co antreten zu wollen.

Den saarländischen Bundesligisten bleibt, wie schon mal erwähnt, nur die Möglichkeit notwendige Wettkampfpraxis auf nationalen und internationalen Turnieren zu erfahren, was ein großer Aufwand bedeutet. Um dann den STFV zu vertreten, der nicht bereit ist, diesen Team eine Plattform zu bieten.

Wenn der STFV überhaupt nicht bereit ist, die Landesliga neu zu organisieren, nicht einen Zentimeter von dieser eingefahrenen Linie abzuweichen, wird der STFV als größter deutscher Verband von der nationalen Bildfläche verschwinden. Wie eingefahren diese Linie ist, wird auch einem einfachen Beispiel klar.

Wir spielen in einem Tischfussballverein an einem Freitag gegen ein anderes Team. Dafür investiert man in der Regel ca. 5-6 Stunden des Freitag-Abend um genau 2 Sätze zu spielen. Hat mal jemand darüber nachgedacht Teams zu verkleinern und die Spieler öfter antreten zu lassen. Warum gibt es eigentlich eine Saarlandmeister im Einzel, aber im Ligaspiel ist diese Disziplin absolutes Tabu. 2 – 3 Gedanken, die jedem ein leuchten, aber beim STFV nie zur Debatte stehen werden.

Nach der Ranglisten-Turnier-Serie wird die Aufgabe der Bundesliga der zweite große Brocken sein, dem man Jahrelang zu gesehen hat, wie er zu Grunde geht oder ging und nichts brauchbares dagegen unternommen wurde. Immer nur, weil man keinen Mut hat, sich von alten Klamotten, die längst ausgedient haben, zu trennen.

Ach ja, und da steht ja noch die Aussage im Raum, von diversen Nach-mir-die-Sintflut-denker, Soccerinteressierte, in unserem Fall, die Mannschaften die den STFV beim DTFB vertreten, also nicht die Topteams, einen eigenen Soccer Verband zu gründen. Mittlerweile ein Vorschlag, der eine Überlegung wert ist. Fragt sich nur, wie der DTFB das sieht ...



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