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Die Abschieds-Tour des STFV bei der Bundesliga hat begonnen.

2010-03-28
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Die Abschieds-Tour des STFV bei der Bundesliga hat begonnen. Bliesen, war wohl der letzte Austragungsort der nächsten Jahre, oder vielleicht für immer, eines Vereins des Saarländischen-Tischfussball-Verbands, STFV, seines Zeichens größter deutscher Tischfussverband.

Dabei war der Start ganz viel versprechend. In der Gruppe 1 besiegte Ottweiler den TFC Bliesen, die anschließend wiederum die Soccer-Rhein-Mains aus Mainz besiegten. In der gleichen Runde, schaffte Ottweiler dann schon einen Riesencoup, in dem sie das Dreiflüsse Team aus Passau am Rande einer Niederlage hatten und dem momentanen Tabellen Zweiten ein Remis ab trotzten.

Was das Leistungsvermögen der beiden saarländischen Teams betrifft, war an diesem Wochenende ,wenn man als Grundlage die Einführung des Soccertisches im Jahr 2008 nimmt, eine riesige Steigerung zu sehen. Beide Mannschaften haben ihr Spiel am Soccer komplett auf diesen Tisch an gepasst und wären nicht mehr eine so leichte Beute, wie 2008, wenn da nicht der jährliche Zulauf von Soccerspielern wäre, die natürlich, nachdem sie die Bundesliga auf dem Tablett serviert bekamen, aus allen Ecken der Nation angefahren kommen.

Und so belegen Bliesen und Ottweiler in der Gruppe 1 die Plätze 10 und 11, mit der Hoffnung auf der Abstiegsrunde entrinnen zu können und der Aussicht leider nur diese erreichen zu können. Nicht viel anders geht es dem TFC Braddock Burbach in der Gruppe 2. Zwar waren 3 der 7 Gegner mit Hannover, Wiesbaden und Vilsbiburg die 3 Kracher der Gruppe 2, doch wurden auch gegen Karlsruhe und Koblenz unnötige Punkte liegen lassen, was zumindest bei der Partie gegen Koblenz nicht hätte passieren dürfen. Hier waren aber wichtige Leistungsträger ausgepowert und von der ganze frustrierenden Situation der letzten Motivation beraubt.

Mit was, und für wen... MIT WAS UND FÜR WEN ... soll man sich denn auch für die Zukunft motivieren, wenn die Trauben von Jahr zu Jahr höher hängen, die Konkurrenz immer dichter zusammen rückt und man sich vorm Abschlachten nur noch durch Fernbleiben retten kann, weil man keinen Tisch hat, mit dem man sportlich zurück schlagen kann.

Der TFC Braddock Burbach ist mit 6 Deutschen Meister Titeln und 3 Vize-Meistertiteln das erfolgreichste Team des DTFB, deutscher Rekordmeister und muß sich von nicht mal mittelmäßigen Soccerspielern mit Braddock-Wer begrüßen lassen, weil von 12 Spielern aus der 1.Mannschaft 10 der Schlachtung am Soccer, ein Kaffee am Sonntag-Mittag vor ziehen.

Als 2004 die Planung vom DTFB in Richtung ITSF-Tische ging, wollte Braddock Burbach ein Zeichen setzen, und trat, nach 4 Deutschen Meister Titeln in Folge, mit dem Bonzini als Heimtisch an. Dem Verein war damals sicher bewußt, dass damit die Serie gekappt wird, aber man wollte auch den Weg Richtung ITSF unterstützen. Zum Dank bekam man den Soccer Tisch präsentiert.

Doch auch diese Herausforderung nahm Braddock Burbach unter schwierigesten Bedingungen an, mit der Hoffnung, dass der neue, moderne Weg auch regional, wenigsten halbherzig verfolgt wird.

Und weil der STFV Mitglied beim DTFB ist, und der DTFB als Mitglied den STFV hat, beiden Verbänden aber absolut egal ist, welcher Weg auf den verschieden Ebenen verfolgt wird, wird der HSV und Bayern München des Tischfussball in Personalunion, nämlich dauerhaftes Mitglied der Bundesliga seit Gründung dieser und Deutscher Rekordmeister, aus rein politischer Entscheidungen von der Bildfläche verschwinden. Wie schon erwähnt, dem einen Verband ist egal, was sein Dachverband macht, und der andern Verband sieht das zwar, aber sieht auch keinerlei Handlungsbedarf in Form von beratender Einwirkung oder gemeinsamer Lösungssuche. Beide Verbände sind schriftlich vereint, arbeiten aber miteinander wie Hund und Katz. Bedingungen, die für ein Bundesliga Team aus dem Saarland keinerlei Basis bietet. Warum ist der STFV eigentlich Mitglied im DTFB? Wegen den paar Euro aus der Tischpartnerschaft? Wegen den Bundesligateams. Zu mindest letzterer Grund kann man sich auf dieser Basis schenken. Aber warum hat der DTFB eigentlich einen STFV als Mitglied in seinen Reihen, wenn es den auch überhaupt nicht interessiert, was der auf seiner Ebene produziert.

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. Den saarländischen Team bleibt nur der Bonzini als letzte Rettung. Wenn der DTFB an den Teams aus Bliesen, Ottweiler und Burbach nur ein kleines Interesse hat, dass sie mit einer einiger Maßen motiviertem und wettbewerbstauglichen Besetzung am 2.Bundesligaspieltag antreten können, muß man ihnen für 2011 den Bonzini als Heimtisch in einer Ausnahmereglung in Aussicht stellen. Diese Teams haben in der Vergangenheit für beide Verbände viel geleistet. Weltranglistenturniere, Bundesligaspieltag und internationales Auftreten und Vertreten inklusive sportlicher Erfolge. Auch die Umstellung auf Soccer wurde mit großem Aufwand so gut es ging bewälltigt. Von ihren Verbänden werden sie aber im Stich gelassen und vom Hof gejagt. Ich, als deutscher Rekord-Bundesliga-Spieler werde nicht mehr an einer solchen DTFB-Veranstaltung teilnehmen, ohne dass mein Team sportlich auf eine Braddock-Wer-Begrüßung Antwort geben kann. Was in der Bundesliga sportlich passiert ist WETTBEWERBSVERZERRUNG. Wenn man Mannschaften das ganze Jahr regional an einen Handsberg spielen läßt, und sie dann im überregionalen Wettbewerb am Soccer antreten muss, hat das nichts mit gleichen Bedingungen zu tun. Ich frage mich eigentlich, wer vertritt die Interessen der Teams aus Bliesen, Ottweiler und Burbach beim DTFB oder beim STFV. Gibt es beim DTFB ein weiteres Interesse, außer den 2000 Spieler, die der Bilanz gut tun, am STFV? Gibt es irgendwo Personen, die für diese Vereine Allianz ergreifen und sich für sportlich faire Bedingungen einsetzt. Zur Zeit ist man als Bundesligamannschaft aus dem Saarland komplett auf sich allein gestellt, und bekommt zu dem noch knüppel zwischen die Beine geworfen

Diese sportliche Situation geht beide Verbände etwas an. Die Situation im Saarland ist nicht dazu geeignet, einfach mal so einen neuen Tisch einzuführen. Hier herrschen individuelle Bedingungen, die auch bei nationalen Entscheidungen berücksichtigt werden müßten und müssen. Mir ist egal, was in den letzten Jahren alles richtig oder falsch gelaufen ist. Aber jetzt sind die Vorsitzenden Dieter Peuser und Klaus Gottesleben gefordert den gemeinsamen Dialog zu suchen und über Lösungen zu diskutieren. Ich lass mich nicht mit Braddock Burbach vom Hof jagen und mein Verbandsvorsitzender und mein Vereinskamerad schauen zu.



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