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Die Sache mit den Bällen

2010-04-12
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Die Sache mit dem Ball. Interessant die Ausführungen, warum Beispielsweise ein Bonzini Ball, nicht für einen Spielbetrieb im Saarland am Handsberg geeignet ist. Und oft ist eine Tatsache auch nur die halbe Wahrheit. Was die Erzählungen her geben, soll an einem Tisch in Tholey beim Test eines Bonzini Balls eine Figur abgebrochen sein, was den kategorischen Dauerinnovativgegner ein Grund lieferte, dies als Alternativ-Gegenargument zu nutzen. Da wird eine solche Erzählung direkt zur Mehrzahl verwandelt und man spricht von mehreren Figuren, die beim Test des Balles abgebrochen waren. Wir wissen nicht, ob diese eine Figur, die irgendwann mal abbrach, nicht vielleicht schon angezählt war. Eine andere Seite der Wahrheit ist, dass in Burbach der Bonzini-Ball, den Eurosoccerball und den Bärenherz-Ball, alle für einen Saarländer vom Spielverhalten nicht zu unterscheiden, schon stundenlang getestet wurde, und noch nie eine Figur abbrach.

Eine andere Wahrheit liegt im Spielverhalten. Wenn man zum Beispiel 5er-Reihe Trockentraining macht, so ist die Fehlerquote gefühlte 80% niedriger. Natürlich ist diese Quote im Spiel, in dem der Gegner einem das Leben schwer mach nicht zu halten, trotzdem gewinnt man mit einem runden Ball deutlich an Sicherheit, als mit den Wundereiern, wo Kicker drauf steht.

Eine weiter, diesmal aber wirklich bittere Wahrheit ist, dass ein neuer Ball doch wirklich noch nie richtig getestet wurde. Da wurden mal Bälle verteilt, die dann unter andere Bälle gemischt wurden, um dann alle 11 Bälle mal einen auf den Tisch zu kommen.

Warum testet man einen neuen Ball mal auf eine Weise, die zu mindest etwas Hand und Fuss hat. Der Ligapokal gilt als Vorbereitung auf die Saison. Warum wird an einem solchen Tag nicht mal die Bälle getauscht und man läßt mal einen Test unter Spitzenspielern laufen. Eine weitere Variante wäre das Amateure B-Doppel der Saarlandmeisterschaft. Ein Disziplin, die keinen offiziellen Rang besitzt und eine wirklich gute Testbasis bieten würde. Und wenn man selbst dort nicht den Mut besitzt, könnte man auch noch bei diversen Ligaspielen gegen Ende der Saison, zum Test eines neuen Balls auffordern. Ligapokal und B-Doppel würden sich aber besser an bieten, da hier eine breitere Masse zum Test involviert wäre.

Warum funktioniert so eine Ball-Umstellung in anderen Verbänden so viel besser. Sind da nur Diktatoren am Werk, oder Leute, die diverse unliebsame Umstellungen einfach nur gut Argumentieren, und ihre Notwendigkeit ordentlich kommunizieren. In Frankreich mußte eine ganze Nation von den hundert Jahre alten Korkbällen auf den ITSF-Ball umstellen. Da kam bei vielen Spielern großer Unmut auf. Aber das Präsidium dort, hat die Spieler mit guten Argumenten überzeugt und auch die nachhaltigen Vorteile klar gestellt. Und so wurde der neue Ball, zwar mit murren, vor 2 Jahren angenommen, wovon heute niemand mehr spricht.



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