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Soccerliga - das hat mit Tischfussball nichts zu tun

2010-08-16
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Der 2. Soccerliga-Spieltag 2010 stand am 14.August auf dem Terminkalender. Und nach 2008 und 2009 wurde die Soccerliga zum ersten Mal auch wieder fertig gespielt. Den Termin des 2. Spieltags, noch in den Sommerferien und vor Beginn der eigentlichen Rückrunde zu legen, machte dem ein oder anderen Verein allerdings zusätzlich Probleme Spieler zu mobilisieren. Neben Spiesen und Tholey, traten somit auch Schiffweiler, Burbach 2 und Ottweiler 2 am 2. Spieltag nicht mehr an.

Dadurch das nun nur noch 7 Teams am Start waren, konnte man den Focus verstärkt auf andere Teams richten. So waren die Spielgemeinschaften aus Heinitz/Elverberg und Schwarzenholz/Elm mit neuen jungen Generationen am Start, die die Soccer-Spielweise erstaunlich gut umsetzten. Auch Fribi hat mit Pascal Pütz einen Vorreiter für neue Ziele in seinen Reihe, der vielleicht einmal live in Eurosport zu sehen ist. Allein für diese Generation muß jetzt schnellstens eine Basis geschaffen werden, mit der man auf das internationale Niveau vor stossen kann. Wenn man hier jetzt wieder so träge agiert, wie die letzten fünf Jahre, werden diese jungen interessierte Leute wieder im Sumpf der verrauchten Kneipen versickern

Im Halbfinale gesellte sich Ludweiler zu den 3 Bundesliga-Clubs, die allerdings auf wichtige Leistungsträger verzichten mußten. Beim OTC vermißte man Klaus Bock und Kai Sick, Bliesen war ohne Helmut Balzer und Marco Schmidt angetreten und Burbach mußte ohne Mehmet Kosar und Stephan Schmidt nach Lauterbach fahren.

Im ersten Halbfinale zog sich Ludweiler gegen Burbach mit einem 8:14 sehr gut aus der Affaire. Im 2.Halbfinale war man auf die Partie Ottweiler - Bliesen sehr gespannt. Ottweiler führte schnell 5:1 doch Bliesen brachte die Einzel wieder zurück ins Spiel. So wurden aus 4 Einzel 7 Punkte geholt was die zwischenzeitliche 10:6 Führung bedeutet. Dann standen wieder die Doppel auf dem Programm, in den Ottweiler beinah wieder zurück schlagen konnte. Denn der OTC konnte zum 10:10 ausgleichen und führte im Abschließenden Doppel sogar schon 3:1, ehe Thomas Recktenwald und Frank Georg, die Partie doch noch zum 6:3 drehen konnten und Bliesen in Finale schossen.

Interessant war dabei anzusehen, dass obwohl das so gehasste und sinnlose ITSF-Regelwerk gespielt wurde, es keinerlei Regeldiskussionen gab, was im Angesicht der sehr umkämpften Sätze eine sehr positive Randerscheinung war. Es kam zu spannenden Partien, die voller Emotionen gepackt, sehr fair ab liefen. Vielleicht sogar ein Verdienst dieses Regelwerks.

Im Spiel um Platz 3 wurde Ottweiler seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich die Bronzene Nadel. Bliesen und Burbach lieferten sich im Finale ein Kopf an Kopf rennen. Nach den ersten 4 Doppel führte Bliesen 5:3. Doch die 4 folgenden Einzel brachte Burbach wieder zum 8:8 heran. So mußten die drei abschließenden Doppel die Entscheidung bringen. Björn Sabisch und Karsten Both brachten mit dem 6:4 Satzerfolg, gegen die zuvor stark aufspielenden Thilo Klemm und Andreas Wagner, Burbach zum ersten Mal in Führung. Lupusella / Glocker sicherten dann in der vorletzten Partie , gegen Frank Georg und Thomas Recktenwald, den Sieg für Burbach. Letztendlich auch deshalb, weil Burbach in den letzten beiden Doppel etwas glücklicher spielte.

Unterm Strich aus saarländischer Sicht ein Spiel auf hohem Soccerniveau. Sicher würde eine solche Partie noch interessanter werden, wenn beide Teams vollständig wären. Aber auch so sieht man bei Spielern wie Both, Klemm, Recktenwald oder Georg, im Anbetracht dessen, dass man das Soccerspiel doch nur neben dem Alltagsgeschäft Hansberg betreibt, positive Entwicklungen. Nicht auszudenken, welches Niveau im Saarland seit 2007 erreicht hätte werden können, hätte man das Soccer nur annähernd so forciert, wie es bei der Mitgliederversammlung auf Bundesebene unterstützt wurde.

Eine weitere Randerscheinung war die nette Aussage, eines Zuschauers, der überhaupt nicht verstehen konnte, warum ein Schlagen an die Bande, beim Versuch den Ball zu stoppen als Foul gewertet wird. Da entstehen dann solche Sätze wie
-"das hat mit Tischi nichts zu tun".
Was ja zur Folge hat, dass...das einzig wahre Tischi...
in verrauchten Kneipen gespielt wird, in denen man nicht mal ein Fenster öffnen darf, kann oder will ...
...in Spielstätten zu Hause ist, in denen man die Musik so laut auf drehen darf, dass selbst der genervte Schiri nicht mal die Möglichkeit hat, dies zu begrenzen …
... im Sommer mit Bällen gespiel wird, die die Eigenschaft von Soft-Bällen haben und Jahreszeit unabhängig eigentlich im Hühnerstall untergebracht werden müssten...
Und vor allem hat es nur was mit Tischi zu tun, wenn man die Technik des Gegner mit richtig harten Schlägen gegen die Bande so beinträchtigen kann, dass spielerische Elemente veröden und man nur die Möglichkeit hat Konkurrenzfähig zu sein, wenn man selbst die Bande wie beim Rugby traktiert...
... und wenn die ganze Welt einen Boom erlebt, ein einheitliches Regelwerk spielt und die interessantesten Turniere aus dem Boden stampft, gibt es trotzdem keinen Zweifel daran, dass das wahre Tischi im Saarland gespielt wird, wo die Spieler immer älter werden, Turniermenthalität komplett ausgestorben ist, und das durchschnittliche Spielniveau so schwach ist, wie es vielleicht nie war....
...es fast keine großen Turniere mehr gibt und es auch sonst keine Bemühungen gibt, Hightlights zu erzeugen. Das ist das wahre Tischi! ...



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