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Spielberichte einsenden - das ist Steinzeit

2010-07-09
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Gerade hab ich den Spielbericht des Spiels Braddock Burbach gegen die SG Spiesen in den Postausgang gelegt. Der Spielbericht ist zwar schon während der Partie, quasi live, in die Datenbank eingepflegt worden, aber das Dokument muss natürlich auch noch zum Klassenleiter. Also genau so, wie im Jahr 1967, vor einem knappen 1/4-Jahrhundert. Naja, nicht ganz. Zur Zeit muss der Spielbericht sogar doppelt ausgefüllt werden. Es könnte ja ein Spielbericht verloren gehen, und um die Einsatzberechtigung von Spielern in untergeordneten Mannschaften lückenlos Kontrollieren zu können, muss man eben Freitags noch ein 2 Exemplar des Spielberichts führen. Also anders als 1967. Ob man hier nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt lassen wir mal im Raum stehen.

Dabei würde das Einpflegen in die Datenbank absolut ausreichen. Um auf Nummer sicher zu gehen, müsste nur der Gästespielführer den Spielbericht Digital mit einem Mausklick im eingeloggten Zustand bestätigen. Der Spielbericht müsste vom Verein archiviert werden.

Was anderes ist es natürlich bei Protesten oder anderen Unstimmigkeiten. Dann könnte man den Spielbericht anfordern um das originale Dokument zu haben.

Im heutigen Berufsleben werden in Datenbanken Aufträge über hohe Geldbeträge per Datenbank angelegt und frei geschaltet. Im Tischfussball gibt es da sicher auch Möglichkeiten, Vorgänge zu automatisieren und zu vereinfachen.

Ähnlich könnte es bei Passanträgen, Spielverlegungen und Schiedsrichteranträgen gehen.

Bei Passanträgen könnte ein Verein online einen Antrag ausfüllen, ein Bild hoch laden und an den STFV schicken. Bestätigungs-Mail würde dann an den beantragenden Verein gehen.

Bei Spielverlegungen stellt ein Verein online einen Antrag und gibt gleichzeitig 3 Ausweichtermine an. Dieser Antrag geht an den Verein der zustimmen soll, und als Kopie an den STFV und den Klassenleiter. Im Idealfall sucht sich der Verein einen Termin aus und bestätigt ihn. Passen die Termine nicht, macht der Verein 3 Gegenvorschläge. Sollte hier keine Einigung erzielt werden, würde das gewohnte Verfahren per Mail und Telefon greifen. Im Übrigen könnte man einen Antrag sofort in eine Datei schreiben und, mit dem Zusatz -in Bearbeitung- und weiteren Statusanzeigen, direkt online stellen. So hat jeder Verein eine Übersicht, wie der Stand der Dinge ist.

Bei Anträgen für einen Schiedsrichter würde eine Online-Automatisierung ebenfalls an Übersicht gewinnen. Ein Antrag wird ausgefüllt und an den Schiedsrichterobmann geschickt. Gleichzeitig wird der zweite beteiligte Verein informiert. Der Antrag wird online gestellt und potentielle Schiedsrichter könnten dem Obmann konkret ihre Bereitschaft mitteilen. Das automatische online stellen ist keine große Sache, und muss nicht manuelle vom Webmaster, in unserem Fall unser 1.Vorsitzender, durchgeführt werden.

All diese Automatisierungen würden die Bürokratie des Verbandes verringern. Man könnte den Vorstand personelle umgestalten. Im Digitalen Zeitalter scheint mir 1 Klassenleiter pro Klasse eh für längst überholt. Ein Klassenleiter wäre auch mit 2 oder 3 Klassen nicht überfordert. Frei gewordene Personen, die trotzdem ihre Arbeit dem STFV an bieten, könnten sich um eine Jugend-Saarlandauswahl, Damen-Saarlandauswahl, Junioren Liga oder eine Ü-50 Liga kümmern.

Wer eine solche Automatisierung für unsinnig und nicht praktikabel hält, den muss ich leider enttäuschen. In Berlin wird es genau so umgesetzt. Und der Verband erlebt gerade einen Boom. Also zumindest ein Erfahrungsaustausch mit dem Vorsitzenden aus Berlin Sven Nickel müsste dieser Anstoß wert sein. Vielleicht kann sich der STFV dann auch die von der Generalversammlung beschlossene Angestellte in der Geschäftsstelle sparen, die im Jahr knappe 6200€ kostet.



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