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Klassenerhalt für 3 saarl. Teams

2010-09-28
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Die 3 großen Soccer-Teams aus dem Saarland machten sich vergangene Woche auf den Weg nach Berlin um den STFV dort zu vertreten mit dem Ziel Klassenerhalt. Der erste Blick in die Halle machte zuerst misstrauisch. Sind wir hier richtig? Die Gestaltung der Halle hatte wirklich nichts mehr damit zu tun, was man in der Vergangenheit von Tischfussball gewohnt war. Überall funkelten Strahler in verschieden Farben an der Decke. Tische hatten ihre eigene Beleuchtung. Alles stand in Reih und Glied und es war ein Hauch von ganz großem Sport zu fühlen.

Bliesen und Braddock Burbach traten in Bestbesetzung an. Ottweiler musste auf Klaus Bock verzichten, hatte aber ansonsten alle zur Verfügung stehenden Soccer-Cracks an Board.

Am ersten Tag standen die restlichen Gruppenspiele auf dem Programm. Bliesen, sichtlich gezeichnet von der nächtlichen Zugfahrt mit dem CityNightLiner, schien diese Spiele als Aufwärmprogramm für die am Sonntag anstehende Abstiegsrunde zu sehen. Ottweiler, zwar weniger gezeichnet von der Anreise, hatte wohl die gleiche Taktik im Sinn. Den Samstag auf Vorglühphase zu schalten um dann Sonntags richtig zu zu schlagen. Aus saarländischer Sicht eine Taktik, die hätte ins Auge gehen können, und zwar dann wenn Braddock Burbach es in der Gruppe 1 nicht geschafft hätte, über den 9. Gruppenplatz zu kommen und somit 2 Saarländer direkte Gegner der Abstiegsrunde geworden wären.

Und das erreichen des 8.Platzes in der Gruppe stand lange Zeit auf des Messers Schneide. Obwohl im 1.Spiel Kulmbach knapp mit 17:15, nach 13:15 Rückstand besiegt wurde und Kleinwallstadt, die eine ähnliche Taktik gewählt hatte, wie Ottweiler und Bliesen, mit 22:10 BB unterlegen war, hätte eine Niederlage gegen Oldenburg wieder Platz 9 bedeutet. Aber auch diese Begegnung entschied Braddock Burbach, die mit nur 1 Landesligaspieler angetreten waren(Sabisch und Both spielen gar nur Kreisliga für den TFC Roden2) , für sich. Nach diesen Siegen, konnte man leicht ungläubig den Blick auf die auf der Leinwand dargestellten Tabelle nach oben richten. Burbach hatte auf einmal sogar noch eine minimale Chance auf die Play-Offs.

Allerdings brauchte man dafür Schützenhilfe aus Oldenburg und ein Sieg mit mindestens 10 Punkten unterschied gegen den TFC Staufenberg, die bis zu diesem Zeitpunkt die ganze Zeit, seit dem Spieltag in Bliesen, den 4. Gruppenplatz inne hatten. Doch diese Partie war für Burbach anders. Hatte man den ganzen Tag noch das Abstiegsgespenst im Nacken, so konnte man in dieser Partie nur gewinnen. Und die jungen Burbacher gingen ab wie die Feuerwehr, und ehe Staufenberg, die ebenfalls mit einer jungen Truppe am Start waren, sich versah, wurden sie von Burbach überfahren, und das mit 12! Punkten Unterschied. Platz 4 war erreicht, aber noch nicht sicher. Koblenz konnte, oder musste sogar noch an Burbach vorbei ziehen, in dem sie die abstiegsbedrohten Oldenburger schlagen. Aber auch das junge Team aus Koblenz lernten den Unterschied zwischen müssen und können kennen. Oldenburg trotzte den Koblenzern einen Punkt ab, so dass Burbach nicht mehr vom 4.Platz verdrängt werden konnte.

Die Play-Offs sind allerdings schnell erzählt. Egal welches Team sich hierfür qualifiziert hätte. Koblenz, Burbach oder Staufenberg. In diesem Haifischbecken zusammengestellt aus P4P-Elitespieler hätte keiner dieser Teams was zu lachen gehabt. So blieb am Ende Platz 8 mit dem vielleicht größten sportlichen Erfolg, den ein saarländisches Team in solcher Besetzung und bei dieser Voraussetzung erreichen kann.

Für Bliesen, Gruppenletzter der Gruppe 2, ging es am Sonntag in der ersten Partie gegen Olympic Oldenburg. Und die Nordsaarländer waren nicht wieder zu erkennen. Frank Georg und Marco Schmidt wurden als Wurfgeschosse an die Front in ersten beiden Einzel gestellt und brachten eine 4:0 Führung mit. Auch die beiden folgenden Doppel brachten 3 Punkte und eine 7:1 Führung. Doch Oldenburg gab nicht auf und blieb bis zuletzt am Drücker. Eine feine Einzelleistung im Rechnen ermöglichte Oldenburg vor den Abschlussdoppeln noch die Chance auf ein Remis. Doch Bliesen blieb Nervenstark und sicherte sich mit dem ersten Sieg an diesem Wochenende den Klassenerhalt.

Für Ottweiler war der Weg dann doch etwas steiniger. In der ersten Runde der Abstiegsrunde unterlag man der Gröschl-Truppe aus Kleinwallstadt. Aus den nun noch über gebliebenen 4 Teams konnte es nur noch 1 Team zum Klassenerhalt schaffen. Doch Ottweiler machte noch das Unmögliche möglich. Wieder war Oldenburg der Leid tragen Verein, der diesmal gegen Ottweiler den Kürzeren zog. Ulf Gabriel und Wolfgang Lawall zogen für den OTC den Kopf aus der Schlinge in dem sie die Punkte 17 + 18 im letzten Doppel sicherten. Dabei waren es gleich 5 Spieler(Cornelius Claus, Cornelius Josef, Gabriel Ulf, Sick Kai und Lawall Wolfgang) die ein 5:3 Punkteresultat erreichten. Der OTC hatte quasi das Finale in der Abstiegsrunde erreicht wo Großmohr der Gegner war. Friss oder Stirb war in diesem Spiel die Devise und Ottweiler entschied sich zu fressen. Nach einem zwischenzeitlichen 3:5 Rückstand gab das Team kein Spiel mehr ab und Kai Sick erreichte sogar ein 8:0 Punkteresultat. Beim 17:10 war das Spiel entschieden und Ottweiler hatte als drittes saarländisches Team die Klasse gehalten.

Alle Saarländer haben die Klasse gehalten. Aber was nun? Macht es wirklich Sinn, sich Jahr für Jahr nur auf die Abstiegsrunde zu konzentrieren um dann am Ende zuzuschlagen?
Was hat das, was dort in Berlin passiert mit dem STFV zu tun? Welche Gemeinsamkeiten haben Bundesligateams aus dem Saarland und der STFV?
Wer vertritt wen? Wer unterstützt wen? Und wer profitiert von wem?
Wird sich irgendwas in den nächsten Monaten, bis zum Start in die Bundesligasaison 2011 ändern?

Es wird sich nichts ändern, weil das Thema Soccer eine verdammte Last für den STFV ist. Seit Wochen warten Tischfussballer auf Informationen einer Soccer-Saarlandmeisterschaft, über die man sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren kann. Direkte Anfragen in Gästebüchern werden höflichst ignoriert. Es fühlt sich scheinbar niemand zuständig für Anfragen, die aus dem Fussvolk kommen. Auf der STFV Website wird zwar die Pokalauslosung des Viertelfinales publiziert, aber an sonsten erfährt man dort nur, dass am Bostalsee vor 6 Wochen die Sparkasse gerudert hat und Tischfussballpässe ausgestellt hat. Das dann wiederum brandaktuell. Zumindest damals vor 6 Wochen war es das.

Da steht nix davon, dass Saarländer in der Bundesliga die Klasse gehalten haben. Sportlich ist sowas scheinbar nichts wert. Es steht aber auch nix davon, dass in 10Tagen die Saarlandmeisterschaft von der Gut Stubb Neunkirchen ausgetragen wird.

Man erfährt auch nichts, was STFV-Vertreter auf der Präsidentenversammlung letzte Woche in Limburg zu berichten haben.
Manch einer hätte gerne mal die Ergebnisse vom Kreisligapokal erfahren, und an welcher Position sein Verein in der Tabelle steht. Diese Veranstaltung datierte vom 13.August.
Am 14.August fand der 2.Spieltag der Soccerliga statt. Schon mal was davon auf stfv.de gelesen, geschweige denn Spielberichte abrufen können?
Der Sparkassen-Ruder-Cup fand am 22.08 statt. Die Information kann man bei uns erfahren.
Aber das eigentliche Jämmerliche sind die 2000 Mitglieder dieses Verbandes – Damit spreche ich jeden einzelnen an. Ich glaube es gibt genau 2 oder 3 Personen, die diesbezüglich öffentlich zu Wort melden. Die werden dann demokratisch ignoriert, womit man sich wieder ne Menge Luft verschafft.

Und so wird das neue Jahr wieder Anfangen, wie es jedes Jahr beginnt. 150 Delegierte heben wieder bei dem was sie von Oben vor gegeigt bekommen die Hand. Die Liga geht los – Wir sind alle wieder ein Jahr älter. Ärgern uns über verölte Tische und verrauchte Kneipen. Wundern uns an Ostern auf ein Neues, dass es nur noch 2 Turniere gibt. Der Sommer kommt und die Bälle werden wieder schön weich sein. Jeder wird herum schimpfen, aber keiner ist bereit was neues anzunehmen. Und im September werden die 3 Teams wieder nach Berlin fahren und sich auf die 3 Partien der Abstiegsrunde konzentrieren.
… und es ist so, wie es die Tage mal zu lesen war. Tischfussball boomt überall – außer im Saarland. Aber schuld daran sind 2000, keine 12!



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