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Spannender Sport und Nostalgie auf den Landesmeisterschaften 2010

2010-10-12
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Zum 50 Jährigen Jubiläum der Gut Stubb Neunkirchen war diese auch Ausrichter der Saarlandmeisterschaft 2010. Respektable, was in diesen 50 Jahren bewegt wurde. Nicht nur die Tatsache, dass die Gut Stubb mit fast 40 Regionalen und überregionalen Titeln wohl der erfolgreichste Tischfussballclub der ganzen Welt ist, steht diesem Verein schon die gleiche Zeit ein Mann als Präsident vor. Horst Lang. 50 Jahre Präsident eines solch erfolgreichem Verein zu sein, verdient, selbst vom größten Erzfeind und einstigem, in einer Neunkircher Tageszeitung selbst ernannten, Angstgegner Braddock Burbach den größten Respekt. Und in einem Gespräch mit Michael „Pulle“ Hoffmann, Patrick Didion und mir waren wir uns einig. Ohne die Gut Stubb als Konkurrent und Erzfeind, ohne den ständigen Drang diese Truppe besiegen zu wollen, hätten viele Spieler von Braddock Burbach nie den Status erworben, den sie heute besitzen.

In diesem Zusammenhang gibt es aber noch 2 Namen zu nennen, die mit Erfolg und Kontinuität mit diesem Verein in Verbindung stehen. Ottmar Groß und Eric Reinermann. Natürlich kann man darüber streiten, ob manchmal Siegeswille und Mittel noch in einer Relation standen, aber unterm Strich gab es Saarland mehr als 100 Spieler, bei denen man eine solche Diskussion aufnehmen könnte. Bei einem Topclub steht man eben direkt im Focus, und dadurch auch einfacher zu Diskussion. Auf jeden Fall waren diese Spieler immer Eckpfeiler des Erfolgs und standen für 150% Leistungsbereitschaft und Identifikation mit ihrem Club.

Meine Gratulation an die Gut Stubb und den Wunsch an diesen Traditionsclub, den Spagat zum modernen Tischfussball in nächster Zeit zu meistern. Adel verpflichtet. Und genau dieser Status muss im Saarland ein Ausrufezeichen setzen.

Die Saarlandmeisterschaft selbst kann man als gelungene Veranstaltung bewerten. Ein Großteil der Tische waren in einem sehr guten Zustand. Ein paar Ausreißer gab es allerdings auch, die aber in den Finalrunden aus dem Verkehr gezogen wurden. Die Partien und im Achtel- und im Viertelfinale standen alle auf des Messers Schneide. Alle Doppel waren mit etablierte Namen aus der Landesliga besetzt , was die Matches sehr ansehnlich machten, unter anderem aber auch deshalb, weil lange nicht mehr so wild an die Bande gehämmert wurde, wie es in Vergangenheit der Fall war.

Eigentlich war es ein Stück Nostalgie. Denn im Rausch der vielen Hochklassigen Partien, kam ein Stück Erinnerung mit Wehmut an die Zeit auf, in der es im Saarland noch regelmäßig solche Turniere gab. Man fragt sich, ob man alleine so denkt, und ob es im STFV-Vorstand niemanden gibt, der diese Baustelle anfassen will. So klasse die Saarlandmeisterschaft organisiert war, und noch mal ein großes Lob an die Helfer dieses Turniers, aber wir brauchen auch wieder mehr Ranglistenturniere. Die B-Turniere in verrauchten Kneipen, sind ein riesen Rückschritt unseres Verbandes

Warum ist es für den STFV nicht möglich 10 neue Tische zu kaufen, und die den Veranstaltern zur Verfügung zu stellen. Mit einer solchen Maßnahme wären auf einen Schlag 4 ganz Dicke Probleme gelöst, die als Gründe des Niedergangs dieser Turnierserie auszumachen waren.
Miserable, unterschiedliche Tische die die Spieler verärgerten, die dann nicht mehr kamen. (1)
Vereine, die Ihr Tisch zur Verfügung stellten, bekamen diesen oft leicht oder schwer beschädigt zurück.(2)
Der Veranstalter hatte immer mehr Probleme, Tische von den Vereinen zu bekommen(3), und das Zusammenfahren und wieder Ausfahren der Tische war Knochenarbeit.(4)

10 Neue Tische, in einem Trockenen Lager gelagert. Der ausrichtende Verein fährt genau einen Ort an. Einladen, ausladen fertig. Wenn man dann noch als Organ des STFV ein Turniergremium installiert, dass Start- und Preisgelder verwaltet und die Turnierleitung eines jeden Turniers übernimmt, hat man in wenigen Monaten ein eingespieltes Team, welches Ausschreibungen und Ergebnisse aktuell hält, und den Turnierablauf ständig optimiert. Wenn so was anläuft, kommen in ganz naher Zukunft wieder Spieler auf die Turniere, so dass es sich auch für den Veranstalter wieder lohnt Turniere auszurichten, ohne von den überschüssigen Startgeldern abhängig zu sein. Erwirtschaftetes Geld der Turnierserie kann in neue Tische und Equipment investiert werden.

Wir brauchen wieder Sport und Wettbewerb und keine Paragraphen und Bürokratie. In diesem Sinne …




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