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World Cup in Nantes 2011 - Live TV am 2.Tag

2011-01-07
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Was war das für ein Tag? Der 2. Tag der Tischfußball Weltmeisterschaft 2011 in Nantes. Wie war das noch vor 10 Jahren. Als wir auf der Bundesliga am Sonntag Morgen das Räumkommando bestellen mussten um die Party-Leichen, Bierflaschen und Zigarettenkippen aus der Halle zu kehren. Zumindest so lange, bis man wieder einiger Maßen an den Tisch treten konnte, um den Spielbetrieb fort zu führen. Damals vor 10 Jahren wurden Leute als Spinner bezeichnet, die den Bundesligabetrieb in Sportdress und mit Rauchverbot durchführen wollten. Damals, vor 10 Jahren standen die Leute mit Hemd, Jeans und Cowboystiefel am Brett, um sich vor dem anschließenden Discogang nicht noch umziehen zu müssen.

Und Heute? Heute im Jahr 2011 sehen wir Tischfußball als Sport im TV. Der 2.Tag der WM ist einer der größten Tage in der Geschichte des Tischfußballs. Um 21:30 sitzen Klaus Gottesleben und ich auf der Tribüne, wie kleine Kinder vorm Weihnachtsbaum und haben feuchte Hände. Wir sind vor Ort dabei! Dabei wenn Tischfußball zum ersten Mal live in der ganzen Welt im Fernsehen zu sehen ist. Unser Sport! Den wir Samstags Mittag im Gasthaus Kunzler zur Premiere Bundesliga Prime-Time am besten ausüben konnten, wenn die Bude so zu gequalmt war, dass man die Hand nicht mehr vor Augen sah. Und jetzt dies. Man würde am liebsten nie mehr in eine Kneipe gehen, und sich den Qualm und das Gesaufe an tun, sondern nur noch so, wie es dort in der Final Area praktiziert wird und Weltweit vorgestellt wird.

Wie vielll Herzblut müssen Menschen wie Farit Lounas und seine ganzen Helfer besitzen, die ihre Vision wahr gemacht haben, die 2002 auf der Garlando-WM, bei sommerlichen Temperaturen vor der Halle teilweise zum ersten Mal besprochen, und hier mit dem größten Medialen Schritt wahr gemacht haben. Ich frage mich, wenn ich mich schon fühle, wie ein kleines Kind vorm Weihnachtsbaum, wie hat sich dieser Mr. Lounas gefühlt. Sicher unbeschreiblich und sensationell.

Ich frage mich, ob diese historischen Minuten auch im Saarland gesehen wurden. Und was diversen Verantwortlichen für Gedanken durch den Kopf jagten. Gibt es da überhaupt Visionen? Ehrgeiz? Verantwortung? Ich meine man verlangt ja nicht, dass die saarländische Liga bei Arena am Samstag den Fußball verdrängt. Aber ein erster Schritt wäre es doch schon mal den sportlichen Abwärtstrend erkennen zu können und Ideen und Visionen dagegen zu entwickeln. Doch hier sind die Verantwortlichen und Wortführer schon überfordert. Die Tatsache von der Quantität der Mitglieder Branchenführer in Deutschland, vielleicht sogar in Europa zu sein, motiviert leider nicht zur Vorbild- oder Voreiterrolle, sondern zu Arroganz und Selbstverliebtheit. Das Feuer in diesem Verband ist schon lange aus.Es wird seit Jahren nur noch das Verwaltet, was Alfred Prinz in 35 Jahren aufgebaut hat, bis irgendwann alles zusammen bricht. Und ich glaube dieser Zeitpunkt steht unmittelbar bevor.

Beispielhaft für alles was in den letzte Jahren nicht mal halbherzig in diesem Verband passiert, ist doch die Entwicklung des Ullrich Tisches mit Teleskopstangen und Metallfiguren. Halbherzig bedeutet, wenn man mit 12 Leuten zu Hersteller fährt, alles mögliche fordert, und dann 8 Monate später bei der Vorstellung des Tischs und der damit verbundenen Turnierserie, der überwiegende Teil des Zwölferteams nicht einmal an einem diesen Turnieren teil nimmt, geschweige denn an der offiziellen Vorstellung es für nötig halten, anwesend zu sein. Bei diesem ersten Termin war der Präsident des DTFB und der Präsident aus Rheinland/Pfalz anwesend. Der saarländische Präsident lies sich von seinem Vize vertreten. Man kann sich vieles vor stellen. Aber so etwas gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal. Nicht im Tischfussball. Nicht in einem funktionierenden Verband. Bei P4P gab es in den letzten Monaten auch einen Tischwechsel. Da war Ulli Stoepel vom ersten Forumseintrag, über Verhandlungen bis hin zur Vorstellung, an aller vorderster Front. Und seine Mitstreiter direkt dahinter.

Anhand diesem sensiblen Thema sieht man die Bereitschaft und den Einsatz für diesen Verband, seine Mitglieder und diesen Sport. Überall mit reden wollen, aber wenn es zählt mit Abwesenheit glänzen. Der STFV hat einfach was besseres verdient. In den Vorstand eines 2000 Mitglieder starken Verbands, gehören Leute, die mit Herzblut bei dem Thema Tischfußball sind. Die über den Tellerrand hinaus sehen, unpopulären Entscheidungen vertreten und argumentieren können und auch mal bereit sind mehr als das Nötigste zu tun. Das Erbe von Alfred Prinz ist nämlich jetzt schon in den roten Zahlen. Ich würde gerne mal wissen was der wirklich denkt, wenn er diese Entwicklung beobachtet.



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