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World Cup in Nantes 2011 - Der letzte Tag

2011-01-09
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Am Sonntag stand der letzte Tag dieser gigantischen Veranstaltung an. Deutschland war mit 3 Teams noch im Rennen um Gold, Silber und Bronze. Nachdem Dänemark mit Österreich (der Bonzini ist eben immer noch ein toller Heimvorteil, gegenüber den schnellen Tischen für Dänemark) im ersten Halbfinale mit einem klaren 3:0 kurzen Prozess machte, durften die Deutschen Herren im 2.Halbfinale gegen die USA ran. Im ersten Einzel standen sich Ruben Heinrich und Ryan Moore gegenüber. Heinrich, der bis dahin ein klasse Turnier gespielt hatte, musste dieses Mal, gegen den Weltmeister von 2010, den kürzeren Ziehen. Moore, der fast keine Fehler spielte, setzte Heinrich dadurch enorm unter Druck, dem er in diesem Spiel nicht stand halten konnte. 1:0 USA.

Im ersten Doppel machten sich dann Strecker/Auf der Heide daran gegen Yore/Steward den Rückstand auszugleichen. Auf der Heide war on Fire und überraschte seinen Gegner mit geschätzten 6 Bluffer in 2 Sätzen. Tornado und Tecball souverän nach Hause gefahren. Punkt für Deutschland. 1:1.

Das 2.Einzel brachte die Vorentscheidung. Timo Weikenmeier gegen Toni Spredeman. Weikenmeier fing am Tornado an wie der Teufel. Gute Pässe, Gute Defense und ein Treffsichere 3er. Sieg am Tornado. Am Tecball auf einmal eine 2:0 Führung. Viele Spieler wären hier zusammengebrochen. Spredeman aber kam zurück. Siegte am Tecball noch 5:3 und im Entscheidungssatz 5:2. Schade, Weikenmeier kurz vorm Ziel gestoppt.

Es stand das letzte Spiel für die deutschen Herren an. Die Show des Robert Mares. Mares on Fire schloss jede Aktion in wenigen Millisekunden ab und hatte auch noch Erfolg. Auch seine Körpersprache setzte deutliche Akzente, ohne das Müller/Wahl eine Chance hatten dagegen zu halten.

In diesem Match war die USA schlagbar. Am Tornado gab es gute Spiele der Deutschen. Allerdings ist der Tecball auch nicht der beste Heim Tisch. Er ist zu einfach für jede Nation zu spielen und man hat es bei einer WM eben überwiegend mit den besten der Welt zu tun. Aber Deutschland spielte ein klasse Turnier und kann mit einem guten Gefühl nach Hause fahren.

Vor dem Herrenfinale wurden die Damen, Senioren und Junioren Finales parallel gespielt. Die Damen waren dieses Mal leider Österreich unterlegen und erreicht Silber.

Die Senioren standen im Finale vor der Revanche von 2010, als sie das Finale gegen die USA verloren. Josef Cornelius schickte das gleiche Team wie gegen England aufs Feld. Frieda „Jet“ Kircher, der Tags zuvor die Gelegenheit der leer stehenden Tische im Hotel nutzte um noch Pässe aller Art zu trainieren, brachte Deutschland schnörkellos und souverän mit Jürgen Stachowiak 1:0 in Führung.

Wie auch im Halbfinale gegen England musst nun Heinz Kiessling zuerst im Einzel und anschließend im Doppel ran. Kiessling, in der Bundesliga als Schiedsrichter oft umstritten, setzte sich in Nantes selbst ein Denkmal. Im Einzel gegen den Senioren-Vizeweltmeister Steve Mori schaffte direkt ein Break am Tornado. Am Tecball setzte er seine spielerische Klasse voll ein, um mit dem 5:2 Erfolg Deutschland 2:0 in Front zu bringen. Im 2. Doppel wurde Kiessling mit Detlef Freitag dann richtig auf die Probe gestellt. Am Tornado gab es zum Auftakt eine echte Klatsche und die Amis holten bei jedem Torjubel alles aus sich heraus. Doch auch auf diese Reaktion hatten die beiden Kulmbacher die richtige Antwort. Am Tecball kamen sie mit einem 5:2 zum Satzausgleich. Der Tiebreak könnte nun den WM-Titel für die AH des Deutschen Tischfussballs bedeuten. Mit dem Minibreak am Tornado zum 1:0 gingen die Deutschen zum Tecball. Auch hier die optimale Beute. 3:0. Am Tornado nun Zwischenstand 4:1. Vielleicht der letzte Ball am Tecball. Doch Kiessling trifft nicht. Also macht es Detlef Freitag aus der Defensive. 5:1 – 3:0 .

Die Senioren haben es geschafft. Der verdiente Lohn für ein Team um Josef Cornelius, dass sich ein Leben diesem Sport gewidmet hat, Tischfußball nicht nur auf einen Tisch reduziert und ihr Hobby mit Engagement und Herzblut verfolgen. Die Emotionen nach dem Spiel zeigen aber auch, dass auch Jenseits der 50 noch viel Spaß, Ehrgeiz und Erfolg haben kann....wenn man sich der Community anschließt, die dafür die Plattform bietet und mit genau so viel Herzblut diesem Sport gegenüber steht.



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