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Ligapokal 2011 - Ein echter Erfolg für alle

2011-01-16
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Gratulation an den STFV-Vorstand. Die Entscheidung, den Ligapokal 2011 am Ullrich zu spielen, war die erste mutige und absolut notwendige Entscheidung seit vielen Jahren. Nur durch diese Maßnahme wurden Erfahrungen und Kenntnisse gewonnen, die vielleicht eine Entscheidungsstrategie für die Zukunft verändert, weiteren Mut schürt, und Verständnis frei setzt. Eine weitere Erkenntnis, die aber jeder schon kannte und befürchtete war, dass Mannschaften durch diese Entscheidung nicht teil nehmen würden. Dies war offiziell zu mindest bei der Gut Stubb der Fall. Umso höher und positiver ist die Tatsache zu bewerten, dass der TFC Fibi und der TFC Heusweiler trotzdem am Ligapokal teil nahmen.

Die Bundesligisten und Repräsentanten des STFV auf Bundesebene OTC Ottweiler und TFC Braddock Burbach komplettierten das Teilnehmerfeld. Bei jeder gegen jeden bot der Modus den Mannschaften viel Spielpraxis. Anfangs kam eine große menschliche Eigenschaft überwiegend zum tragen, nämlich dass der neue Tisch für jede Fehlaktion verantwortlich gemacht wurde. Aber, um Toni Coppola zu zitieren, stündlich wurde die Spielweise der Teams besser. Spieler wie Peter Kern, Klaus Becker, Guido Kraus, Rüdiger Treinen, Eckhard Kauth , Karsten Ingenbrand oder der junge Pascal Pütz spielten immer besseres Tischfußball. Richtig gut wurde es aber erst zum Schluss in den Entscheidungsdoppeln.

Da sich Burbach in jeder Partie knapp durchsetzte und die restliche 3 Teams die Punkte teilten, kam es zu einer Entscheidungsrunde um Platz 2, 3 und 4. Dabei wurde jeder gegen jeden mit jeweils einem Doppel gespielt. Best of 5 (3 Gewinnsätze) bei einem Satz bis 5 Toren. Hier ging es ans Eingemachte. Die Ausrede des neuen Tischs war schon seit Stunden vergessen und die Doppel spielten hoch karätisches Tischfußball. Und dies alles nach nur einem Tag Wettkampf.

Am Ende setzte sich Heusweiler, vor Fibi und Ottweiler um den Platz 2 durch. Die 4 teilnehmenden Teams haben dem STFV einen großen Dienst erwiesen, und damit bewiesen, dass sie als Spitzenteams bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. Dies sicher nicht ohne Komplikationen. Sicher gab es intern bei den Vereinen auch nicht nur Einigkeit. Deshalb ist die Bereitschaft für dieses Experiment nicht hoch genug an zu sehen.

Eine Bereitschaft, die nun aber auch ein Recht fordert. Das Recht der Vereine auf Information. Es gibt immer noch kein handfestes Konzept. Eine Plan A und einen Plan B, je nach Ausgang der Abstimmungen bei der GV. Information darüber, was in den letzten Vorstandssitzungen beschlossen und besprochen wurde. Der Internetauftritt ist eine einzige Geheimhaltungsplattform. Dieser Ligapokal war ein Anfang. Wenn man nun meint, sich darauf ausruhen zu können, ist der STFV-Vorstand auf dem Holzweg. Falls man hier nicht kurzfristig sportlich nach legt, sind die Errungenschaften von diesem Tag schnell verflogen. Es müssen jetzt Turniere und Wettbewerb auf diese Art geschaffen werden. Nicht erst im Mai oder Oktober. Nicht wieder die Schritte im Jahrestakt, sondern im Wochen oder Monatstakt ausführen. Wenn man jetzt wirklich was verändern will, braucht man Leute, die bereit sind Zeit und Arbeit zu investieren. Wer vom Vorstand in Zukunft genau so weiter machen will wie bisher, in Zukunft absehbar nicht mehr Zeit in diesen Sport investieren kann oder will, immer noch davon überzeugt ist, dass Reformen nicht umsetzbar sind, sollte sich zum Wohle aller Ende Januar nicht mehr zu Wahl stellen. Dies sollte sich wirklich jeder genau überlegen. Der STFV wurde in den letzten 10 Jahren auf Sparflamme zurück gefahren, wo der Rest der Welt ein Feuerwerk abbrennt. Es muss ein neuer Wind her. Entweder mit neuer Einstellung, oder mit neuen Leuten. Leute, die nicht nur zur Selbstdarstellung wählen lassen, sondern mit Herzblut und Eifer ihren Sport betreiben. Nur eine solche Einstellung bringt diesen Sport weiter.

Der Ligapokal brachte abschließend noch eine weitere Erkenntnis. Der Bonzini würde uns, als fertige ITSF-Tisch schneller weiter helfen. Hätte dieses Testszenario auch mal am Bonzini statt gefunden, was seiner Zeit auch schon zur Debatte stand, wären wir auch schon viel weiter. Der Bonzini ist nämlich noch leichter zu spielen, als der Ullrich. Aber auch auf diesem Weg kämen wir weiter, wenn man ihn ordentlich geht. Im Übrigen stand beim Ligapokal auch ein Hansberg, der mit verschiedenen ITSF-Bällen bestückt war. Und auch hier hatte man am Abend bei keinem mehr das Gefühl, das hier ein Unterschied zum Spiel mit den Eiern vorhanden wäre.

Es ist, wie schon immer gefordert und prophezeit. Nur mit ordentlichen Testverfahren unter Wettbewerbsbedingungen kommen wir weiter. Und Entscheidungsträger, die mit Taten und Aktionen auffallen. Nochmal ein großes Lob, für diese mutige Entscheidung des STFV, für die Umsetzung um die Jungs von Toni Coppola und die Bereitschaft es Anzunehmen von den Spitzenteams, die bis Abends anwesend waren.



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