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104:62

2011-01-30
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Im Sommer 2008, unterwegs im Zug nach Frankfurt wurde der erste Bericht auf Handspiel.de veröffentlicht, in dem auf die Perspektivlosigkeit beim STFV, aus Sicht des Autors, hingewiesen wurde. Und die Perspektivlosigkeit nahm mehr und mehr ihren Lauf. Wo anders auf der Welt Tischfußball boomte, war im Saarland ein Abwärtstrent unübersehbar. Hier, auf dieser Internetpräsenz hagelte es viel Kritik für Verantwortliche des STFV. Sicher war es den meisten Verbandsvertretern einfach nur lästig, und der Besuch bei handspiel.de ersparte man sich zum geeigneten Zeitpunkt.

Doch beim STFV nahm eine gewisse Ansichtsweise und Bewusstseinsform in den letzten Wochen, eine nie absehbare Wende, die mit dem heutigen Tag ihre Krönung erlebte. Auf der GV 2011 stimmten die Mitglieder des STFV mit 104 zu 62 ab, einen ITSF-Tisch, den Bonzini, als Spielgerät im Ligabetrieb zuzulassen. Dabei zeigten viele Tischfußballer aus dem Saarland Verantwortungsbewusstsein, welches dieser Verband unbedingt benötigte, um in Zukunft nicht als größter und erfolgslosester Verband der ganzen Welt zu gelten. Bei der Abstimmung, die es in dieser Form auch nicht so oft gab, wurde Verein für Verein nach den Stimmen abgefragt. Das aus Burbach, Ottweiler und Bliesen ein 22:0 kam war klar. Aber Schwarzenholz 5:0, Heusweiler 4:2, TheMa 4:2 und die vielen Vereine die ein deutliches Ja für einen neuen Tisch gaben, war fast schon eine Sensation. Einige absolute Gegner, enthielten sich der Stimme, der Sache wegen, und wie schon erwähnt, gab es deutliche Voten von Vereinen, denen man dies nie zutraute. Leider bekomme ich nicht mehr alle zusammen, sonst würde ich diese Vereine alle einzeln erwähnen. Aber alle 104 Stimmen, haben über den Tellerrand hinaus geschaut und dafür gesorgt, dass eine Tür, ein Tor , nein ein riesiges Stahltor auf gestoßen wurde, um der Welt zu zeigen, wer der STFV ist. Hut ab, vor den Mitgliedern des STFV.

Die Vorlage zu diesem Antrag kam natürlich vom Vorstand des STFV. Und auch wenn man es den Gesichtern der Vertretern auf der Bühne an sah, dass nicht jedem ein Tun war, so standen alle hinter dieser richtungweisenden Sache. Mit Argumenten und Fakten wurden Bedenken aus der Halle relativiert. Und immer mehr wurde es einem Zweifler, wie mir bewusst, dass auch der Vorstand voll hinter diesem Antrag steht.

Zum Ende sprang dann auch noch Klaus Gottesleben als Präsident vom DTFB, der extra wegen diesem Antrag, und nur wegen diesem Antrag, 500km Fahrweg auf sich nahm, in den Ring stieg und versuchte die skeptisch blickende Masse von dem Boom, den Chancen und der Begeisterung um den Welttischfußball zu überzeugen. Tischbusfall live 4 Stunden auf Eurosport 2. Damit hat auch Gottesleben die ein oder andere Stimme fangen können.

Viele waren an dieser Schlüsselentscheidung beteiligt. Doch einer hatte den Löwenanteil. Der Präsident des STFV Dieter Peuser.
Und so wie er von mir persönlich wohl am meisten in den vergangen 4 Jahren kritisiert wurde, so emotional und überzeugend setze er seine Argumente, für eine Perspektive des STFV ein. Sachlich und souverän appellierte er an seine Mitglieder, das er einen perfekt geführten Verband vorstehen will, der international nicht nur mit 2000 Mitgliedern, sondern auch mit einer breiten sportlichen Klasse auftritt. Peuser hat Rückgrat gezeigt. Dieser Auftritt war eines Präsidenten würdig, der 2000 Mitglieder zu verantworten hat. Mein größter Respekt ihm und seiner Mannschaft.

Zum Abschluss noch ein paar Zeilen in eigener Sache – Mein Lob und meiner Anerkennung an den gesamten STFV soll keiner Entschuldigung gleich kommen, da ich heute immer noch überzeugt bin, dass die Kritik grundsätzlich berechtigt und auch argumentiert WAR. Ich bin Patriot. Vielleicht wie niemand anderes auf der Welt. Ich bin Patriot für Braddock Burbach, für den STFV und das Saarland oder auch für Deutschland und den DTFB. Wenn es um mein Team geht, ob BB, Saarlandauswahl oder Nationalmannschaft konnte ich immer zu 100% die ich sowieso geben, noch 100% für mein Team geben.

Ich reise, um Tischfußball zu spielen viele 1000km im Jahr. Überall wo ich hin komme, fragt man mich, ob ich P4P oder Tecball spiele, wenn man weiß, dass ich aus Germany komme. Bei dieser Frage, antworte ich entweder kurz, oder ganz ausgeprägt und lange. 2000 Players in a area like Luxemburg. Und und und. Immer und immer wieder trieb das Herzblut mir das Adrenalin in den Körper, wenn ich an meinen Heimatverband dachte. Ähnlich ging es mir auf der Bundesliga, wenn hören musste, dass das Saarland nur noch belächelt wird oder wurde. Solche Szenarien gab es nur zu oft, und eigentlich hatte ich nur ein Ziel. So lange zu kämpfen und zu nerven, bis sich irgendwas ändert. Ich weiß, dass viel Porzellan von mir zerschlagen wurde. Aber wenn es der Preis dafür war, dass der STFV eine echte, ehrliche Perspektive hat, dann war es mir das wert.

Ich denke die Bundesliga-Clubs sind nun in der Pflicht. Nicht nur an der Bundesliga, sondern auch mit Wettbewerb in Form Turnieren und dem heranführen junger Spieler wie Kleemann, Ließfeld, Pütz, Sebald, Holzschuh, Heckmann, Wirtz, Albert oder Morgenstern uva.

Ich glaube, diejenigen, die diese Entscheidung lange gefordert haben, sind sich bewusst, dass sie nun mit Einsatz und Engagement einen kleinen Preis zurück zahlen. Da habe ich auch keine Bedenken. Namen wie Mersdorf, Schmidt und Cornelius werden in den nächsten Wochen bis in die Haarspitzen motiviert sein. Ein erstes absehbares Ziel könnte sich die Saarlandauswahl stecken, nämlich Dieter Peuser den Länderpokal zu schenken. Ich bin dabei !!! - Dieter !!! – dazu brauchen wir den Tornado ;-D !!!



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