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ITSF-Masters in Litauen

2011-05-28
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Als zum ersten Mal im ITSF-Turnierkalender ein Turnier in Litauen zu finden war, fragte man sich, wie eine ehemalige Teilrepublik der UDSSR zum Tischfussball kommt. Dort angekommen wurde schnell klar, dass Litauen gar nicht so viel mit Russland zu tun hat, und die Tischfußballszene von jungen in England studierenden Litauer aufgebaut wird.

Das Turnier bot auch alles, was einem Masters würdig ist. 12 Garlandotische mit eigener Beleuchtung, Turnierleitung mit Standardausrüstung, wie Monitore, Laptops, Wlan, Beschallungsanlage und vorgehaltenen Schiedsrichtern nach ITSF Format.

Ausländische Spieler waren aus den Garlandonationen Schweiz, England und vor allem Polen anzutreffen, sowie aus Russland und natürlich Deutschland. Mit Bentivoglio und Allalou waren auch 2 Top Ten Spieler der Weltrangliste am Start und mit den Vertretern der starken Polen war das Gesamtfeld als nette Hausnummer zu sehen. Für die Einheimischen also eine nette Gelegenheit beim Vergleich mit der Europäischen Spitze den eigenen Leistungsstand abzufragen und sich weiter zu entwickeln.

In den offenen Disziplinen war Deutschland am Ende auch die beste Nation. Jamal Allalou gewann das Einzel und das Doppel und mit Platz 2 im Doppel und Platz 4 und 5 im Einzel durch Friessem/Glocker war die Punkte-ausbeute der Deutschen von den anderen Nationen nicht mehr zu übertreffen.

Doch nicht alles war bei diesem Turnier aus Gold, was glänzte. So wurde beim WCS 2010 von Hersteller Garlando ein Ball in Rennen geworfen, der im neuen Zustand unbespielbar war. Zumindest nicht für die Spielweise, die der ITSF forcieren und fördern möchte. Dabei denkt man doch, dass der ITSF eine Tischkommission installiert hat, die solche Sachverhalte prüft und der Herstellern als Auflage macht. So musstee in der Vergangenheit die Franzosen mit viel Wehmut und Widerstand ihren Korkball aufgeben, und die Amerikaner büßten auf der Torwartstange 2 Figuren ein. Aber am Garlando spielt man mit Bällen, die im neuen Zustand unklemmbar sind. Sicher wurde in Nantes 2011 ein neuer Garlandoball verkauft, was ja eigentlich ein Tornadoball in anderer Farbe ist, aber beim ITSF Masters in Litauen wurden die Glatteisbälle verwendet. Warum auch immer.

Eine andere Baustelle in diesem Zusammenhang muss vom ITSF schnellsten angegangen werden. Das verwenden von Sprühöl sorgt für die nächste Katastrophe. Beim Einsprühen der Stange mit diesem Zeug, wirbeln so viele Partikel durch die Luft, die sich nach einigen Sekunden fast unsichtbar überall absetzen. Man konnte Polen beobachten die jede Stange großzügig und großflächig, mit immer größer werdenden Abstand zur Stange bearbeiteten. So setzen sich die Ölpartikel auf der Spielflächen, auf den Bällen und im Ballablagefach ab. Spieler die Züge mit dem frei liegenden Ball bevorzugen kommt die glatte Oberfläche natürlich entgegen. Im Halbfinale des Offenen Einzel konnte man deutlich beobachten, welche Probleme Bentivoglio gegen Zienciwiezc hatte einen Ball zu kontrollieren und ihm dadurch die Felle immer weiter weg schwammen. Wenn man nun bedenkt, dass der Franzose Brice Harpin als Teambetreuer der Französischen Nationalmannschaft 1 Jahr Turniersperre erhalten hatte, weil er bei der WM 2010 im Spiel gegen England, scheinbar glatte Bälle mit Puder oder sonst was griffiger machte, dann ist es unbegreiflich, warum solches Teufelszeug wie Sprühöl beim ITSF noch kein Generalverbot erhalten hat. Richtig Bedenklich wird es aber dann, wenn ein Hersteller wie Roberto Sport solche Sprühdosen als Hausmarke, mit eigenem Logo und doppelten Preis, verkaufen. Hier besteht dringend Handlungsbedarf, wenn dass Benutzen von Hilfsmitteln zum besseren Klemmen mit hohen Strafen belegt wird, aber das Einölen sämtlicher Komponenten keine Grenzen kennt.

Dazu noch eine Notiz am Rande. Zumindest der Bundesligatisch von Braddock Burbach, wurde auch ähnlich bearbeitet. Auf jeden Fall forderte das Spiel an diesem Tisch höchste Konzentration wegen der schlüpfrigen Verhältnisse.



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