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Tor oder nicht Tor

2011-07-31
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Interessant wie wir Tischfussballer im Saarland auf Regeländerungen der Generalversammlung reagieren und reagieren dürfen. Je nach dem, wie attraktiv diese Regeländerung ist, wird sie einfach ignoriert.

So geschieht es bei der neuen Tor-Regel. Unstrittige aus dem Tor raus springende Bälle zählen als Tor, ist die Vorgabe der SPO des STFV. Beim Turnier des TFC FriBi konnte man haufenweise beobachten, dass diese Vorgabe ignoriert wurde, und die „Alte“ Regel gespielt wurde, um, so der Tenor, unnötige Diskussionen zu vermeiden.

Scheint also kein Problem zu sein, die SPO des STFV eigenmächtig auszusetzen. Mal sehen, wie der STFV reagiert, wenn er mitbekommt, dass ich bei der anstehenden Saarlandmeisterschaft meine Gegner frage, ob wir die Vorrunde nicht bis 7, sondern bis 10 Tore spielen. Ist doch scheinbar legal, Regelvorgaben eigenmächtig auszusetzen., wenn es denn alle tun.

Auch von anwesenden Vorstandsmitglieder bekam man die Aussage, dass man zum Spaß hier ist und sich mit Diskussionen und Streitereien nicht den Tag vermiesen will. Absolut verständlich. Aber hier liegt der Hund begraben, der so stinkt. Beim angesprochenen Turnier konnte man eine Szene beobachten, bei der sich ein Spieler beim Stande von 6:6 über ein mutmaßlich zu langes Ballhalten beschwerte. Die Reaktion des Gegners war aggressiv und anfeindend mit den Worten: „Du hast Dich doch die ganze Zeit nicht beschwert, warum tust Du es jetzt bei 6:6“. Das Spiel endete kurz darauf und trotz aggressive Reaktion den Gegners bot der Verlierer den Handschlag an. Und selbst der wurde ihm verwehrt, weil er scheinbar die böswillige Frechheit besaß, sich über ein Zeitspiel zu beschweren, was letztendlich jede unzivilisierte Reaktion rechtfertigte.

Wenn man bei einem Spiel ohne Schiedsrichter, egal bei welcher Sportart, bei der Einhaltung des Regelwerks mit solchen Reaktionen zu rechnen ist, kommt die Fairness immer zu kurz, und es wird sich eine Regelanarchie aufbauen, wie sie sich im Saarland über viele Jahrzehnte aufgebaut hat. Um dies zu ändern, müssen Multiplikatoren aufgefordert werden, in ihren Vereinen für ein anderes Auftreten zu werben und zu sorgen. Eine Einstellung, dass ich von Montag bis Donnertag Vorstand bin, und Freitags Spieler ist dabei ein NO GO. Wenn ich Vorsitzender oder Vorstand eines Vereins oder eines Verbandes bin, dann bin ich dass, zu mindest von der Aura her, 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr.

Wir kommen nicht weiter, wenn wir bei der Generalversammlung die Hand für eine Regeländerung heben, diese aber selbst nicht praktiziere. Dann brauch ich auch die Hand nicht zu heben. Das Gleiche gilt im Bezug auf Fairness und Auftreten. Ich kann nicht auf Fairness am Tisch plädieren und hoffen, beim Wettkampf aber wie Badmen in ein anders Kostüm springen und drüber hinweg sehen.

Alle Verantwortliche, ob STFV-Vorstand, oder Vereinsvorstand, sind aufgefordert in ihren Vereinen als für eine angemessene Form der Auseinandersetzung mit dem Gegner im Streitfall zu werben. Auch die Mentalität, wie sie immer noch herrscht, - wer nach gibt verliert - muss endgültig ausgerottet werden. Vorfälle, wie sie im Pokalspiel Bliesen gegen Neunkirchen, auch im Zusammenhang mit der Torregel, müssen lückenlos aufgeklärt werden, und betreffenden Person unmissverständlich klar gemacht werden, dass der STFV es so nicht mehr will. Mit ein Grund der vielen hitzigen Diskussionen sind auch die vielen, niemals endenden unqualifizierten Kommentaren von zuscheuenden Spielern, die selbst vor anwesenden Schiedsrichtern jeglichen Respekt vermissen lassen, weil scheinbar jeder autorisiert ist, irgendeinen Schwachsinn los zu lassen.

Das die neue Regel doch umzusetzen ist, hat man beim Turnier in FriBi auch gesehen. Bei den KO-Spielen Schneider/Diederich gegen Müller/Maisch und Kosar/Wolfanger gegen Schepper/Becker wurde die neue Regel angewandt. Es gab auch weniger eindeutige Fälle, aber die Spieler konnten die unterschiedlichen Ansichten auf zivilisierte Weise erklären und untereinander klären. Es wird auch immer fehlerhafte Entscheidungen geben, aber die gehören zum Sport eben dazu.



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