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Saarlandmeisterschaft...auf einmal lag da ein weisser Zettel

2011-10-17
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Es ist so oft an dem vergangenen Wochenende erwähnt, gesagt, geschrieben worden. Mit 14 Hansbergtischen der neueren Bauart und weiteren guten Tischen, war 2011 wohl die erste Saarlandmeisterschaft, bei der niemand seine Niederlage einem schlechten Tisch zu schreiben konnte. Wie war es in der Vergangenheit. Als Ausrichter achtete man bei der Zusammenstellung der Spieltische auf kurze Anfahrtswege und schnelle Abwicklung dieser wahren Knochenarbeit.

In diesem Jahr nicht. Zwischen Fechingen und Wahlen lagen knappe 50 Km was die größte Entfernung bei dem Ziel war, überwiegend neue Tische auf der Saarlandmeisterschaft anbieten zu können. Die Idee dazu bot der TFC Wahlen, der auf seinem Turnier Anfang August mit 5 neuen Hansberg und 5 neuen Bonzini eine ähnliches Angebot für seine Teilnehmer parat hatte.

Aber es ist schon eigenartig, mit welcher Gelassenheit unsere STFV-Gemeinschaft die vergangenen Jahre akzeptierte und nie kritische Proteste gegen Spieltische auf kamen, die als Spielgerät einer Landesmeisterschaft eigentlich unwürdig waren. Um die Sache jedoch etwas zu relativiren, sei erwähnt, dass eine Saarlandmeisterschaft in der Vergangenheit natürlich auch eine gewisse Anzahl gute Tische zu bieten hatte.

Die Landesmeisterschaft hat eben schon immer einen ganz hohen Stellenwert im Saarland und ein Teilnehmerschwund war auch nie gravierend zu verzeichnen. Anders als auf Ranglistenturnieren, die mittlerweile in der Form der 90er fast ausgestorben sind. Faktoren dafür waren auch die Tische und vor allem der Frust beim zusammen karren der Tische für das Turnier. Hätte man einen Vorrat an guten Tischen, wären diese Negativfaktoren gelöst. Jedoch wurde ein solcher Vorrat nie ernsthaft in Erwägung gezogen

Eine interessante Erscheinung, einer der ganz besonderen Art, hatte man dann am Samstag Abend. Wie aus heiterem Himmel lagen in der Halle Handzettel der Firma Paulus & Paulus herum. Ein Informationsblatt über Öffnungszeiten und Teileverkauf mit der Überschrift: Der Hansberg wird weiter gebaut.

Der Hansberg wird weiter gebaut? War das mal anders? Wurde das mal anders kommuniziert? Oder waren es die Bonzini-Verschwörer die solche Gerüchte in der Welt verstreuen. Auf jeden Fall konnten sich weder vom Ausrichter Braddock Burbach, noch vom Veranstalter STFV jemand erklären, wie und durch wen die Blätter in der Halle unter die Leute kamen.

Und genau hier fängt das ganze Debakel, ja fast schon das Drama, an. Der Saarländische Tischfussball Verband, der vielleicht größte Verband der Welt, bedient sich einem Spielgerät, dessen Hersteller sich an der Premiumveranstaltung des Jahres in die Halle rein und wieder raus schleicht, um Werbung in eigener Sache zu verteilen. Der Hersteller dieses Tisches war nicht da, um dem STFV ein Tisch zu überreichen. Er war nicht in der Halle, um eventuell Tische für das Turnier bereit zu stellen. Er hat auch keine Plakatwerbung beim Ausrichter geschaltet. Er hat auch nicht den Kontakt zu Spielern gesucht, um gegebenenfalls kreative Ideen für sein Produkt von den eigentlichen Profis zu sammeln. Er hat sich auch scheinbar keine Partie in der Final Area angeschaut, sonst wär ihm vielleicht die Fehlkonstruktion bei der Ballausgabe aufgefallen. Er kam, verteilte und enteilte.

Das Verhältnis Hansberg zu den Saarländischen Tischfussballern ist eine Einbahnstrasse. Hier profitiert nur einer. Es ist kein Geben und Nehmen. Es ist nur ein Nehmen. Dieses ganze Verhältnis von Hersteller zu Verband war leider noch nie anders, ist aber nicht mehr Zeitgemäß. Ein Verband mit 2000 Spielern verdient einen Hersteller, der in der Lage ist, für eine Landesmeisterschaft neue Tische zur Verfügung zu stellen. Dann könnte man einen solchen Partner auch vor der gesamten Menge als Partner vorstellen und er müßte sich nicht mit Schleichwerbung in der Halle zum Phantom verwandeln. Und vor allem wäre eine Landesmeisterschaft an neuen Tischen nicht nur normal, sondern ganz einfacher, logischer Standard




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