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..nicht auf den Rücken der Sportler

2011-11-04
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Am 19/20. November finden die Deutschen Meisterschaften im Einzel und Doppel aller Altersklasse statt. Der Spieltisch, an dem die Titel ausgespielt werden, wurde ebenfalls in einem Wettbewerb ermittelt, nämlich unter den Herstellern. Die beiden Hersteller, an deren Tische die meisten Turniere gespielt wurden, stellen die Tische für die Deutsche Meisterschaft.

Das Saarland ist, wie seit 2008, nur Nebendarsteller bei dieser DM. Weder der Hansberg, noch der dieser Bauart am nächsten kommende Bonzini werden auf der DM den Saarländischen Vertretern zur Verfügung stehen. Wohl dem, der eine solche Festlegung in ein PDF hämmert und dem ganzen zu stimmt, so lange er nicht aus dem Saarland kommt.

Einem Soccerspieler kann es egal sein, ob diese Meisterschaft an einem Lettner, Ullrich, Leo oder Lehmacher gespielt wird. Die Bauform ist bei diesen Tischen gleich. Die Techniken sind alle gleich anzuwenden und nur Details machen den Unterschied dieser Tische.

Hat allerdings ein Saarländer die Ambitionen gut bei der DM abzuschneiden, legt man ihm nahe, dafür zu sorgen, dass sein Hersteller möglichst viele Turniere auf die Beine stellt, um bei der DM konkurrenzfähig zu sein.

Um mal einen nicht böse gemeinten Spruch eines ambitionierten Spieler aus Berlin zu zitieren. „Das Saarland kann doch froh Sein,dass der Bonzini auf der Bundesliga steht. Also bei der DM muss das wirklich nicht sein“.

Kann man ihm ja nicht verdenken. Da von 2008 bis 2010 alles ausser dem Länderpokal, am Soccer ausgetragen wurde, ist mittlerweile auch ein Anspruch gewachsen, den man erst wieder entkräften muss.

Es ist alles gut und schön in Tischfussball Deutschland. Wir hatten dieses Jahr eine grandiose Bundesliga, die Entwicklung in den Verbänden ist im Vergleich mit Europa einmalig und Tischfussball boomt ohne Ende. Man kann ohne Bedenken sagen, der Dtfb hat alles richtig gemacht. Trotzdem steht man als Saarländer, der bemüht ist diesen Weg mit zu gehen, neben dem Spielfeld. Auf der DM hat man als Teilnehmer keine gleichen Bedingungen und nie eine Chance Deutscher Meister zu werden. Und neben aller innovativen und medialen Bemühungen, hat der höchste deutsche Tischfussballverband bei der Ermittlung seiner Besten für gleichen Wettbewerb zu sorgen.

Vielleicht gibt es Entwicklungen im Saarland die aus Sicht des Dtfb nicht zielführend, oder gar nicht vorhanden sind. Aber hier sollte es Signale und klare Worte auf Verbandsebene geben.

Die Sportler aus Ottweiler, Bliesen und Burbach tun ihr Bestes und müssen in zwei vertikale Richtungen Überzeugungsarbeit leisten. Das in diesem Jahr auf der Bundesliga der Bonzini stand, war kein Sonderrecht, sondern nach 3 Jahren reinem Soccerbetrieb längst überfällig und absolut berechtigt.

Die DM ein 4.Mal am Soccer zu spielen, und damit die Saarländer schon auf der Entscheidungsebene zum Außenseiter zu machen, ist nicht die Quittung für unbekehrbare Saarländer, sondern Knüppel in die Beine für Saarländer, die seit 4 Jahren die Kröte Soccer schlucken und den innovativen Weg mit gehen und unterstützen. Dies mit einem deutlich höheren Aufwand als alle anderen deutschen Spieler, mit dem Ergebnis ungleiche Wettbewerbsbedingungen vor zu finden. Es sind nicht die Saarländer die Blockieren, die man trifft, Es sind die Saarländer die mit ziehen, denen man damit die letzte Motivation nimmt.

Um es nochmal zu erwähnen. Von einem Gedanken muss man sich jedoch komplett frei schwimmen, nämlich dass der Bonzini eine Sonderregelung für den Stfv war. Das war überfällig und auch quasi das Herumreissen des Ruders in letzter Sekunde. Die Bundesligist aus dem Saarland wären nicht mehr angetreten. Und wenn Sportler aus einem Verband beim Dachverband nicht mehr an treten, kann das nicht im eigentlichen Sinne sein. Das Gleiche gilt für die anstehende DM. Sollten hier Sportler zu Hause bleiben, weil ungleicher Wettbewerb herrscht, stimmen die Vorbedingungen nicht. Sollte es Fehler in der Verbandspolitik geben, dann muss es klare Worte geben. Erwartungen, Auflagen und Analysen der Fehler. Zur Zeit tragen die Sportler die Last, und die Kommunikation findet auf dem Rücken der Sportler statt.

Welche positiven Effekte ein Bonzini, Tornado oder Fireball auf der DM hätten sieht man in Nantes. Jahr für Jahr.



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