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Finals Teil 1

2011-12-04
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Am Freitag Abend war es endlich so weit. Das Finals gingen in die erste Runde. In Berschweiler, eine Lokalität die sich meiner Meinung nach als Geheimtipp für weitere Veranstaltungen herausstellte, trafen sich die 4 besten Teams der Landesligasaison. Schon beim Füllen der Halle merkte man, das wird ein besondere Tischfussball Tag. Viele Zuschauer wollten sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen und so starteten die ersten beiden Doppel, parallel, vor großer Kulisse.

Doch scheinbar haben manche Leute nicht verstanden, um was es bei den Finals geht und ging, und welche Entwicklung der STFV in den letzten 10 nahm, und wo der Weg hin führen soll. Der STFV ist mit Altersstruktur, Nachwuchsstruktur, Leistungsbereitschaft, Leistungsvermögen, Konkurrenzfähigkeit, Turniere und Logistischer Ausstattung zum Absteigerverband geworden. Dagegen versuchen Leute, denen Tischfussball im Saarland mehr liegt als die interessen vor der eigenen Haustür, innovative Maßnahmen zu ergreifen.

Beim Amtsgericht wurde die Gemeinnützigkeit erstritten, was die Vorstufe für Tischfussball als Sport bedeutet. Der Bonzini wurde eingeführt, was den Sportlern die Möglichkeit geben kann, Tischfussball so zu spielen, dass man auch wieder auf große Turniere fahren kann, um dort unseren Verband, sein Verein und sich selbst würdig zu vertreten.

Und es steht noch ein langer Weg bevor. Und um bei diesem Weg alle Mannschaften mit ins Boot zu nehmen, gab es den Vorschlag der Finals. Es war kein Eigentor von Braddoch Burbach, es war kein Größenwahn und es war keine Absicherung für Nicht-Bonzini-Teams. Es war ein Signal an alle Mannschaften und Vereine ein Umdenken in neue Richtungen an zustoßen. Und dafür braucht man jeden einzelnen Spieler.

Aber was man dann am Freitag beim Spiel Heusweiler – Neunkirchen zu sehen bekam, war größten Teils guter Sport, aber auch zwischendurch Szenen, wie sie zu keinem Sport gehören. Schon gar nicht, wenn Bemühungen um eine Anerkennung zum Sport im Raume stehen. Hier wurde jede, aber wirklich jede Schiedsrichterentscheidung von Seiten der Neunkircher angezweifelt, kommentier und zum Teil mit unangebrachten Handbewegungen untermauert.

Leute ! Ein Schiedsrichter beim STFV ist doch kein Freiwild. Und auch wenn es um einen Titel geht, das Adrenalin steigt und die Stimmung heiß ist, müssen auch subjektiv gefühlte Fehl-Entscheidungen einfach mal geschluckt werden. Man kann den Umgang in unserem Sport nicht mit dem Fussballplatz vergleichen, wo jeder rein rufen kann was er will. Ab dem 2.Doppel hörte man den ganzen Abend nur noch zynische und ketzerische Bemerkungen gegenüber Schiedsrichter und STFV, die ja so parteiisch sind. Und es nahm einfach kein Ende. Das ganze Gejammer und Gemecker war an jeder Ecke zu hören. Was glaubt man denn, warum und für wen das alles gemacht und organisiert wird? Um am Ende eine Mannschaft vorsätzlich zu benachteiligen? Bitte mal den Verstand einschalten !

Anderseits hat der Schiedsrichter viel zu viel durch gelassen. Ich, und das ist ein Versprechen und keine Drohung. Bei mir würde der Erste vergleichbare Kommentar verwarnt werden, beim Zweiten, egal wer es ist, und ob es der Papst persönlich ist, verlässt er den Raum und der dritte Spielt an dem Abend kein Tischfussball mehr. Und Spieler am Tisch, die nach einer Entscheidung dem Schiedsrichter aus 1 Meter Entfernung eine abwinkende Handbewegung entgegen werfen, gehen eh sofort duschen.

Die Finals spielen auch in der Planung der neuen Saison eine Rolle. Aber in dieser Form können wir das vergessen. Hier soll Werbung für unseren Sport, unsere Elite und unseren Verband gemacht werden. Hier werden Vorbilder und Richtlinien geschaffen. Und es wird endlich Zeit, dass Vorstand und Schiedsinstanz bei solchen Veranstaltungen Präsenz zeigt, um am Ende auch mit reden zu können und eine realistisches Bild von dem zu haben, was der Istzustand ist, um entscheiden zu können, wo wir hin wollen. Wenn dieser Freitag für viele Sachen gut war, und es war ein geiles Event, dann aber auch dafür was der Sport nicht braucht.

Es soll hier nicht so klingen, als ob die Finals ein Reinfall waren. Es waren vier große saarländische Teams am Start, die tollen Sport lieferten. Viele Zuschauer. Nette Begegnungen. Ein gelungener Abend. Die ein oder andere Reaktion war jedoch total übertrieben. Dies sehe ich aber auch nicht als Problem an, wenn man nur ordentlich durch greift und das Durchgreifen auch Rückhalt hat. Dann konzentriere wir uns alle ganz schnell auf unseren Sport und unsere Fehler. Ein ITSF Regelwerk hat hier zwar mehr Hebel. Aber auch im Saarland kann man sich als Schiedsrichter und Vorstand Respekt verschaffen. Hier gilt es anzusetzen … nächste Woche.



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