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1000€ Turnier .... vor 30 Jahren waren es 10DM

2012-07-23
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Am 14.07.12 fand im Saarland das nächste Tischfussball Hightlight statt. Ein weiteres Gipfeltreffen. Diesmal am Bonzini, auf der Basis, die auch den Weg in die Weltspitze ebnet. ITSF Regelwerk, ITSF Tische.

Zu gewinnen gab es insgesamt 1000€ Preisgeld. 18 Doppel fanden den Weg ins Checkpoint Altenkessel. 9 ½ Doppel kamen vom STFV. Also fast die Hälfte. Ob das jetzt ein guter oder weniger guter Wert ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht hilft ein Vergleich. Beim Gipfeltreffen im März 2011 kammen 17 Doppel aus dem Saarland auf ein Turnier welches am Hansberg statt fand.

25 Euro Startgeld ist natürlich auch ein Betrag der ab schreckt. Allerdings sind die 6 Euro, die man auf STFV-Turnieren bezahlt scheinbar auch kein Lockmittel. Sonst hätte man ja eine funktionierende Turnierserie am Leben halten können.

Es gibt aber auch, neben diesen wilden Spekulationen, Fakten. Vor 30 Jahren war der Eintritt im Kino 3,50 Mark wert und eine Kugel Eis kostete 20 Pfennig. Heute Kostet der Eintritt ins Kino 7,50 und ne Kugel Eis 1 Euro.
Das Startgeld auf STFV Turnieren kostete vor 30 Jahren 10 DM und heute 6 Euro. Das Aufrunde auf 6 Euro erfolgte im Zuge der Währungsumstellung 2002.

Und so kam es, dass sich Topspieler nach dem A-Ranglistenturnier in Köllerbach beschwerten, dass es für den Turniersieg nur ein schäbiges Preisgeld gab und der Veranstalter, trotz geringem Preisgeld und riesigem Aufwand am Ende noch Miese machte. Irgendwie packen am Ende trotzdem alle ihre Koffer und meinen scheinbar, dass dies die Realität ist, und man an der Realität bekanntlich nichts verändern kann. Und irgendwann erreicht man als No-Name mal den 3.Platz, bekommt 25 Euro und die Frage wird dann wiederholt gestellt. Für was hab ich mich eigentlich hier den ganzen Tag abgekämft?

Sicher sind 25 Euro Startgeld für eine Turnier ne Hausnummer. Aber wenn man es so schafft, die Weltklasse ins Saarland zu holen, hat dies seinen Charme. Denn eines hat dieses Turnier wieder beweisen. Der Spitzensport hängt im Saarland am Tropf. Es wird sicher noch einiges an Aufwand betrieben werden müssen, um allem, was in den letzten Jahren eingeschlafen ist, wieder Leben einzuhauchen. Schade nur, dass wir im Saarland gerade da geschlafen haben, als es rund um den Erdball, oder auch rund ums Saarland, richtig zur Sache ging.

Alles Jammern hilft nichts und dieser Weg scheint der Richtige zu sein. Mit Speck fängt man Mäuse und so kamen 8 Doppel aus Frankreich und Luxemburg ins Saarland, um den Saarländern, quasi direkt vor der Haustür, die Chance zu geben, sich im Spitzensport zu messen. Mit Yousfi und Correia fand 2 Weltklassespieler den Weg nach Saarbrücken. Am Ende konnte sich allerdings ein uns unbekanntes Doppel aus Paris über den Sieg freuen. Omar Benbarkaki und David Chicheportiche besiegten im Viertelfinale Grün/Kosar, im Halbfinale Correia/Da Silva und im Finale Yousfi/Montanaro und waren die verdineten Sieger. Nachdem sich Correia und Da Silva auch im Spiel um Platz 3 durch setzten, ging das komplette Preisgeld nach Luxemburg und Frankreich. Nur hatten diese Jungs neben dem Startgeld von 25€ noch einiges an Treibstoff für die Anreise zu investieren. Und wer rechnen kann weiss, dass 4 von 7 Doppel aus der Fremde leer aus gingen. Trotzdem sind diese Leute bereit, etwas für ihren Sport zu investieren, um auch selbst eine Entwicklung zu vollziehen.

Ein Lichtblick für die Zukunft aus saarländischer Sicht waren Carsten Both und Benny Wirtz, denen das Startgeld nicht zu hoch war, und das Viertelfinale erreichten. Die Tatsache, dass wieder einige gute Saarländer nur knapp in der Verlängerung scheiterten. gibt zwar vorsichtig Grund zum Optimismuss, zeigt aber auch, das die Ausdauer bis zum Ende Konzentration und Leistungsvermögen hoch halten zu können, fehlt.

Vermisst hat man Perspektivspieler wie Florian Maisch, Steven Müller und Norman Hobbick. Vielleicht wissen solche Leute nicht, welche Perspektiven sie haben und was sie im Stande sind zu leisten, und vor allem was dazu noch fehlt.

Wer also im Saarland unseren Sport für mehr als nur ein Zeitvertreib sieht, der sollte die Chance in Zukunft wahr nehmen, und sich mit den Weltklasse Spielern messen, die den Weg ins Saarland finden. Selbstverständlich ist das nämlich nicht, dass diese nur etwa 100 bis 400km Anreise haben. Vielleicht sind die Treiber dieser Geschichte aber auch auf einem völlig falschen Weg und die Zukunft liegt in der Verwaltung des gemütlichen Beisammensein.



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