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Bundesliga 2012 - Das Event trägt immer die Handschrift des Präsidenten

2012-08-22
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Die Bundesliga Saison 2012 ist zu Ende und hat mit dem KGB Hannover am Ende auch einen verdienten Deutschen Meister. Braddock Burbach wurde Vizemeister, nicht zu letzt weil man sich der Hilfe von Adel Yousfi bediente, der sowohl in der Partie gegen München, als auch gegen Wiesbaden seine Bonzini Spiele sicher heim fuhr, sondern auch noch jeweils einen Zähler am Soccer ergattern konnte. Aber warum Yousfi, und nicht komplett mit eigenen Leuten? Ganz klar. Braddock Burbach muss sich, wenn Sie Ihrer Konkurrenz Paroli bieten wollen, auch deren Möglichkeiten bedienen. Und da Hannover, Wiesbaden, Oldenburg, München und viele andere auch auf Topgastspieler zurück greifen, und diese Teams wäre auch ohne Gastspieler schon verdammt stark, bleibt auch Burbach keine andere Wahl, als sich diesem Mittel zu bedienen. Alternative ist um den Abstieg oder um die Ananas zu spielen, da die Qualität im Team, und im ganzen Saarland nicht mehr reicht, um an beiden Bundesligatischen Top Leistungen zu bringen. Dafür fehlen die Voraussetzungen und Anreize zum Spitzensport im Saarland.

Es hat sich halt einiges verändert in Tischfussball-Deutschland. Blicken wir doch mal zurück ins Gründungsjahr der Multitable-Bundesliga. Der 1.Spieltag fand 1996 in Heinsberg statt. 12 Mannschaften, davon 4 aus dem Saarland lösten die Kicker Bundesliga ab, die aussterben drohte, und die Verantwortlichen sich dann doch mit anderen Tischen wie Hansberg, Soccer, Leonhard, und, ganz neu in diesem Jahr, Tornado mit ins Boot holen mussten. In Heinsberg standen dann Tische in unterschiedlichen Zuständen. Ein Tornado, funkelnagel neu, und Kicker bis Hansberg in Nostalgiemanier und mit handwerklichen Mittel instand gesetzt, wie wir sie nur aus dem Afrikanischen Urlaubländer kennen. Jeder Mannschaft hatte ihren Tisch im Kombi oder Sprinter mit in die Halle gebracht und sich nach freier Wahl dort in der Halle eine Platz gesichert. Zu manch ein Tisch fiel auch mal vom hänger. Die Tische hatte alle Münzprüfer und die Spiele musste auch bezahlt werden. Die Spieler trugen teilweise Stiefelette bis hin zum Nadelstreifen Hend und der Sekt floss in strömen. So manch einer musste die Stangen missbrauchen, um das Gleichgewicht wieder zu finden und so manch ein Glas Jack Daniels landete auch mal ausgeschüttet in einem Tisch. Die Zigarette, die zum diesem Spiel damals scheinbar, wie in Stein gemeiselt dazu gehörte, wurde auch gerade dort angezündet, wo man gerade stand. Und vor allem wäre das Gemecker über den Soccer oder Kicker nicht so schlimm gewesen, wenn die Griffe dünner, dicker, glatter, rauher, länger oder kürzer gewesen wären. Spitzenspieler aus der Löwensoccer-Szene belächelten die Bundesliga, weil es dort keine Preisgelder gab und sie deshalb dort auch nicht antreten wollten.

Heute, 16 Jahre später ist vieles anders. Die Bundesliga, der Verband, trägt eine Handschrift. Die des Präsidenten Klaus Gottesleben. Wurde er 1998 erst noch zum Geschäftführer gewählt, so übernahm er 2001 die Gesamtverantwortung. Und seine Ziele und Visionen sind in ersten Zwischenschritten umgesetzt. Natürlich liegt der Verdienst nicht allein bei Gottesleben. Seine Helfer und Unterstützer haben ebenfalls einen großen Teil daran. Aber der Präsident gibt die Route vor, sucht sich Unterstützer, teil Aufgaben ein und steht vor allem zu seinen Konzepten und Zielen.

Am Samstag oder Sonntag Mittag hätte jeder Fremde die klimatisierte Halle im Maritim Hotel betreten können. Sportminister, Presseverteter, Politiker. Man hätte eine Sportveranstaltung angetroffen. 48 abgekämpfte Teams in Sportkleidung und einheitlichen Shirts die nach einem Regelwerk des Weltverbandes an Nagel neuen Tischfussballgeräten ohne Münzer um Punkte kämpfen. Die Tische wurden von den Tischpartner bereit gestellt. Kein Kombi, kein Sprinter. Die Nationalspieler und Spitzenmannschaften, also die sportlichen Repräsentanten sind in der Final Area vor Tribünen zu sehen und für Sponsoren und Unterstützer wie Tischhersteller etc.gab es einen VIP Bereich, um den Sponsoren auch entsprechend ihrer Aufwendungen entgegen zu kommen. Alle Spitzenspieler aus der Republik und Topspieler aus ganz Europa sind auf der Bundesliga anzutreffen, obwohl es immer noch kein Preisgeld gibt. Die Spielberichte werden Online über Smartfon oder Rechnerstationen eingegeben. Es gibt keine Pässe mehr. Die Mannschaftsmeldungen sind Online hinterlegt und können jeder Zeit von allen Mannschaften überprüft werden. Die Bundesliga ist die Plattform, auf der sich der DTFB präsentiert und hier gibt der Verband eine sportliche Visitenkarte aller erster Güte ab. Auch die Zusammenarbeit mit dem Hauptsponsor Gauselmann macht die Arbeit sicher viel leichter. Jedoch mussten auch die Grundlagen für einen solchen Sporsor geschaffen werden. Mit alkoholisierten Spieler im Ligabetrieb, wie es 1996 der Fall war und der Bierflasche in der Hand, traut man sich in der Regel auch nicht bei einen Sportföderer oder Sportverband anzuklopfen

Ob beim DSB oder beim DSOB anerkannt oder nicht. Mit einer solchen Bundesliga kann man mit breiter Brust für sein Hobby werben das mittelerweile weit mehr als eine Kneipensportart ist. Die Aussendarstellung solcher Veranstaltungen trägt die Handschrift des Präsidenten. Auf der Bundesliga ist es Sport.



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