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Nach Luxemburg nicht nur zum Tanken

2013-02-09
von Glocker Patrick - Email:mail@handspiel.de

Am vergangenen Freitag war es endlich soweit. Eigentlich hatte ich schon viele Jahre darüber nachgedacht, mal in der Luxemburgischen Tischfussballliga zu spielen. Hintergedanke dabei ist und war, mehr Wettkampfpraxis an Soccertischen in Verbindung mit dem ITSF-Regelwerk zu bekommen. So viel vorneweg. Die Rechnung ging voll auf und der Aufwand hat sich 100% gelohnt.

Die Lux- Liga startete gestern in die Rückrunde. Ich hab mich im Vorfeld gefragt in welcher Mannschaft ich mitten in der Saison zum Einsatz komme ohne für Unmut zu sorgen bei Spielern die evtl dafür Aussetzen müssen. Also fragte ich beim Präsident des Verbandes nach, ob es einen Verein gibt, bei dem Spielermangel herrscht. Prompt bekam ich eine Email vom KC Aiglon, Tabellenletzter der 1.Division. Das nenn ich dann mal Herausforderung! Der Verein existiert seit mehr als 40 Jahren und jüngere Spieler blieben in dieser Saison mit ausbleibendem Erfolg mehr und mehr fern. So müssen die älteren zu Zeit in die Bresche springen und den Verein über Wasser halten. Erster Gegner war der KC Mannhatten der auf Platz 4 der Liga steht.

Die Liga hatte für einen Saarländer einige Änderungen parat. Eine Mannschaft besteht aus mindesten 6 Spielern. Davon spielen 4 Spieler Doppel und 2 Spieler Einzel. Es werden 12 Partien jeweils bis 11Tore gespielt. Einzel und Doppel abwechselnd. Für eine Satz-Sieg gibt es 3 Punkte. 10:10 Jeweils 1 Punkt. Jeder Spieler hat demnach 3 Sätze bis 11 Tore bei 20 Bällen. Man spielt ITSF-Regelwerk mit 2 Einschränkungen. Standpass ist erlaubt und Bälle die aus dem Tor springen zählen nicht! Es wird an Eurosoccer gespielt, ein Tisch der vom Jupiterhersteller John Gilles in enger Zusammenarbeit mit Fred Collignon entwickelt wurde. Ein brutal stabiler Tisch der keinen Schlag spüren lies.

Das Spiel begann mit einer knappen 9:11 Niederlage von Jeff im Ez und einer klaren Niederlage im Doppel. Beim Stande von 0:6 war ich im Ez dran. Mit einem Sieg könnte ich das Team wieder heran bringen. Mein Gegner F. Martins machte auf mich den stärksten Eindruck von allen. Er begann mit Jet hatte aber keine gute Quote. Bei 5:4 für mich hatte ich dann 3mal den Ball auf der 3er zum 6:4. Konnte die Chance nicht nutzen. Martins stieg um auf Pinshots und versenkte mir dann jeden. Auch auf der Mitte lies meine Konzentration nach und so verlor ich 8:11 mein Spiel. Das 4. Doppel musste Mannhatten schenken da ein Spieler zu spät kam. Die ersten Punkte für uns. Martins machte dann aber auch gegen Jeff mit 11:4 kurzen Prozess. Dan und Nico konnten dann ein 10:10 erreichen.Zwischenstand 4:13. Manhatten wurde langsam mit der sicheren Führung beim Tabellenletzten etwas überheblich.

Jeffs Gegner aus dem 1.Einzel wollte mit mir genauso kurzen Prozess machen und lies sich nur wenig Zeit bei seinen Aktionen. Etwas angefressen, mit Glück und nem sicheren Snake drehte ich den Spies um. Nach nur wenigen Minuten stand es 7:0 und 11:3 für mich. Der Frust musste jetzt mal raus. John und Luc gewannen auch ihr Doppel und es stand nur noch 10:13. Interessant war, dass nach 8 von 12 gespielten Sätzen die letzten 4 Sätze wieder neu aufgestellt werden. Mich stellte man auf das 1.Einzel in der 3.Halbzeit, was den 9. Satz bedeutete. Hier wartete wieder Martins auf mich. Ich wusste mit einem Sieg gegen Manhattens Topman konnte ich für mein Team ausgleichen.

Martins spielt wieder Pin und ich hatte mir ne Strategie überlegt. Dummerweise bekam er die ersten 4 Bälle jeweils 2-3 Mal. Ich passte aber gut und der Jet wurde zur Waffe. Bei 5:4 endlich blockte ich ihn 3 Mal, bekam dann den Ball auf die 3er und netzte. Bei 6:4 Seitenwechsel bekam ich den Ball auf die Mitte. Wieder konnte ich durchlegen und schiessen. Anschliessend verlor mein Gegner beim Anstoss den Ball direkt auf meine 3er. 8:4. Das wars. Das lies ich mir nicht mehr nehmen. Martins war geknackt.  Ausgleich zum 13:13.

Eine Überraschung lag in der Luft. Dan und Nico verloren dann Ihr Doppel. Jeff führte gegen meinen Gegner aus dem 2.Ez 9:6 schaffte aber nur ein 10:10. Bei 14:17 war immer noch ein Unentschieden drin. Doch auch dieses Doppel von Luc und John ging verloren Endstand 14:20.

Fazit: Mit einem Sieg in meinem ersten Ez wäre ein Punkt drin gewesen. Es kam auch direkt die Frage ob ich nicht noch 1 oder 2 weitere Spieler mit bringen kann. Mal sehen wer sich dafür begeistern lässt. Man muss 6-7 Stunden am Freitag Abend investieren hat aber jede Menge Wettkampfpraxis. Trotzdem, der Aufwand hat sich gelohnt. Mit 3 Sätzen bis 11 hatte ich 3 x mehr Spielpraxis wie gewohnt. Nach dem Spiel spielten wir noch mit 2 Gegner 5 weitere Sätze bis 11 Speedball bis mir der linke Unterarm vom vielen Passen und abwehren weh tat. Im Bezug auf Wettkampf und ITSF ging die Erwartung voll auf. Am nächsten Freitag kommen die PlayBoys. Mal sehen, ob da was geht.



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