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Detlef Klein

2009-09-15
von Glocker Patrick

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Detlef Klein ist Spieler vom TFC Heusweiler und wurde im Januar 2009 nach langer Tätigkeit als Beisitzer zum Schiedsgerichtsvorsitzenden gewählt. Mit dem TFC Heusweiler ist er in diesem Jahr so nah wie nie am Griff nach der Krone im Saarland.
Handspiel: Wie lange spielst Du schon Tischfussball und wie bist Du zu dem Spiel gekommen?

Detlef Klein: Ich spiele seit 1981 Tischfußball, normalerweise hätte ich früher angefangen, jedoch verlangten meine Eltern damals, dass ich erst in einen Verein gehen darf, wenn ich meine Lehre begonnen habe. Beginn der Lehre und Anmeldung im Verein waren dann praktisch gleichzeitig.

Handspiel: Was waren für Dich die schönsten Erlebnisse in diesem Sport?

Detlef Klein: Eins der schönsten Erlebnisse der letzten Jahre war für mich das Endspiel im Pokal 2007 gegen die Gut Stubb. Zwar hatten wir mit dem letzten Ball verloren, dafür hatten wir aber umso schöner gefeiert.

Handspiel: Hast Du einen Lieblingsverein?

Detlef Klein: Mal vom eigenen Verein abgesehen wäre nur Theley/Marpingen für mich eine Alternative.

Handspiel: Hast Du ein Vorbild?

Detlef Klein: Sofern sich die Frage auf Tischfußball bezieht, war das in jungen Jahren Gerhard Kneip, der mich auch zum Tischfußball brachte.

Handspiel: Welche sportlichen Ziele hast du noch?

Detlef Klein: Landesmeister, Pokalsieger (dieses Jahr wird’s ja, dank euch, nichts mehr) und der Klassenerhalt in der Bundesliga. Persönlich will ich mich noch ein paar Jahre in der Landesliga halten.

Handspiel: Welche Mannschaft wird 2009 Saarlandmeister und wer wird Deutscher Meister?

Detlef Klein: Sorry, dieses Jahr ist mal der TFC Heusweiler als Landesmeister dran, wird auch nach über 40 Jahren mal Zeit!
Da wohl jeder auf Wiesbaden oder Hannover tippt sage ich mal die TSC Eifelshooters Pillig, würde es denen gönnen!

Handspiel: Wie oder womit kann man Dich nerven?

Detlef Klein: Im Beruf, wie im Tischfußball kann man mich am meisten mit endlosen Debatten nerven, die eigentlich keinen weiterbringen. Bestes Beispiel war nach meiner Meinung die Diskussion in unserem Forum zum Thema Soccerliga. Es hat zwar wohl jeder gut gemeint, der da seine Meinung zum Besten gegeben hat, letztendlich hat man nach meiner Auffassung der Sache eher geschadet.
Aus verschiedenen Gesprächen konnte ich heraushören, dass viele dieses Thema eigentlich nur noch genervt hat, und das war schade! Ich denke da hätte man mehr daraus machen können!

Handspiel: Wer und wie hätte man mehr daraus machen können?



Detlef Klein: Die wirklich Interessierten am Soccerspielbetrieb, kommen aus Bliesen, Ottweiler und Burbach. Diese hätten sich (kein Vorwurf sondern nur logisch), in Verbindung mit dem STFV, um einen geregelten Spielbetrieb kümmern sollen. Das war zwar teilweise so, jedoch wie man gesehen hat nur mit mäßigem Erfolg. So mancher, der an der Bundesliga teilnimmt, hat nach meinem Eindruck kein wirkliches Interesse am Spielbetrieb der Bundesliga, zumindest so wie er sich derzeit darstellt. Früher, als noch Multitable gespielt wurde, war auch das Interesse der Heusweilerer an der Bundesliga größer. Heute ist es nicht überraschend, dass wir nur noch 6 Mann für die Bundesliga zur Verfügung haben und unser Tecball mittlerweile verkauft wurde. So mancher Vorschlag, der im Forum gemacht wurde, ist nach meiner Meinung zu radikal gewesen. Das Soccerspiel in der Landesliga zu etablieren scheitert allein an der Bereitschaft überhaupt am Tecball zu spielen. Es geht nur über eine eigenständige Liga oder in der Form, dass die Soccergemeinde die Spielpraxis außerhalb des Saarlandes sucht, was jedoch für die Betroffenen mit einem nicht unerheblichen Kostenfaktor verbunden wäre.

Handspiel: Es gibt genau 1 Firma, die unsere Kickerbälle herstellt. Was passiert, wenn diese Firma die Produktion dieser Serie einstellt?

Detlef Klein: Da habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht, aber vor allem wegen der Qualität unserer Bälle. Berufsbedingt kenne ich Firmen, die so was machen könnten, fragt sich bloß zu welchem Preis? Leider habe ich mich bisher noch nicht darum kümmern können, wäre schön wenn man möglichst bald einen qualitativ hochwertigen Ball präsentieren könnte. Auf jeden Fall ist es aber ein Thema, das im STFV-Vorstand schon angesprochen wurde und bei dem wir auch tätig werden müssen.

Handspiel: Es gibt viele Bälle auf dem Markt. Wurden schon da schon welche in einem Testverfahren getestet, dass seinen Namen auch verdient?

Detlef Klein: Da ich neu im Vorstand bin, kann ich dir diese Frage nicht beantworten. Ich vermute aber mal, nein. Der Versuch, die ITSF-Bälle in unserem Spiel zu integrieren, ging ja bekanntlich in die Hose.

Handspiel: Wie bewertest Du die Schiedsrichtersituation zurzeit beim STFV?

Detlef Klein: Um es deutlich zu sagen, beschissen! Wir beide kennen ja zu genüge wie es läuft, wenn man einen Schiedsrichter anfordert. Frank Bürtin steht im Moment allein auf weiter Flur, da alle anderen möglichen Kandidaten, die als Schiedsrichter zur Verfügung stehen, freitags selber spielen. Hier muss dringend eine Lösung her.

Handspiel: Was denkst du bis wann die Tischfussballgemeinschaft mit einem Lösungsansatz rechnen kann?

Detlef Klein: Frank Bürtin hatte ja schon im letzten Jahr an der Lösung dieses Problems gearbeitet, konnte aber keine Mehrheiten im Vorstand bilden. Ich will es daher noch mal mit ihm angehen und hoffe, dass wir im nächsten Jahr eine Lösung präsentieren können.

Handspiel: Hältst Du die Jugendarbeit und Nachwuchsförderung beim STFV für ausreichend?

Detlef Klein: Kurz und bündig, nein! Wie wir das mehr fördern können, soll ja möglichst nichts kosten, da fehlen mir ehrlich gesagt selber die Ideen.

Handspiel: Um die Jahrtausendwende gab es auf der GV einen Beschluss, bei dem jeder Verein 10DM pro Mannschaft für Jugendarbeit zusätzlich zum Jahresbeitrag zahlt. Was ist mit dem Geld passiert ?

Detlef Klein: Gute Frage, kann ich dir aber nicht beantworten da ich weder diesen Beschluss kenne, noch lange genug im Vorstand bin!

Handspiel: Welchen Stellenwert sollte eine Landesauswahl deiner Meinung nach in einem Verband haben?

Detlef Klein: Frage zurück: Welchen Stellenwert haben unsere Topspieler im Rest von Deutschland?
Wie ich gehört habe, werden die saarländischen Spieler bei internationalen Wettbewerben (Nationalmannschaft) gern ignoriert. Das Dreamteam um Tim Ludwig und Konsorten setzt offenbar mehr auf die Spieler, die nicht aus dem Saarland kommen. Eine Landesauswahl sollte möglichst einen geregelten Spielbetrieb haben. Auch dies wäre mit Kosten verbunden die, ohne Sponsoren, vom Verband wohl nicht zu stemmen wären.

Handspiel: Glaubst Du, dass ein Verband wie der STFV National in der Spitze vertreten sein sollte, oder denkst Du, dass es für einen Verband wie der STFV egal ist, welchen sportlichen Stellenwert man National hat?

Detlef Klein: Unser Stellenwert im DTFB wird im Wesentlichen davon abhängen wie erfolgreich sich die saarländischen Mannschaften in der 1. und 2. Bundesliga präsentieren.
Ich denke, dass sich zum Ende dieser Saison noch der ein oder andere Verein aus dem Bundesligageschehen verabschieden wird, sei es durch Abstieg oder indem sie nächstes Jahr ihre Mannschaft aus der Bundesliga zurückziehen.
So gesehen, werden wir auf kurz oder lang, auf nationaler Ebene, wohl keine Rolle mehr spielen. Dem STFV ist diese Entwicklung mit Sicherheit nicht egal, aber ohne interessierte Tecball-Spieler die sich im Saarland zusammenschließen, wird sich das wohl nicht ändern.

Handspiel: Wie fördert und fordert der STFV deiner Meinung nach den potentielle interessierte Soccer-Spieler? Die Frage bezieht sich nicht aufs Geld.

Detlef Klein: Man, du kannst Fragen stellen! Wie wird denn der Hansbergspieler gefördert und gefordert? Der STFV kann eigentlich nur die Rahmenbedingungen schaffen, um dem Soccerspieler den Spielbetrieb zu ermöglichen. Dies wurde auch getan. Was sich daraus entwickelt hat, ist wieder eine andere Sache. Im Hansberspielbetrieb wie beim Soccerspielbetrieb gibt es nun mal nur die Liga, die Saarlandmeisterschaft und evtl. noch die Ranglistenturniere.

Handspiel:Na wenn ich schon gefragt werde, werde ich auch keine Antwort schuldig bleiben. Wie der STFV Handsbergspieler fördert und fordert fragst Du? Im Turnierbetrieb fast gar nicht mehr. War aber schon anders. In der Liga in dem ein begehrter traditioneller Titel ausgespielt wird. Die Liga dadurch einen hohen Stellenwert bekommt. Dadurch sportliche Konkurrenz geschürt wird. Es wird ein Spielplan penibel genau verfolgt und durchgezogen und kleinste Verstöße mit Ordnungsstrafen, der Ordnung natürlich zuliebe, geahndet werden. Dazu der Gegensatz – Der Soccerligameister 2008 ist bis dato noch nicht ermittelt. In einer Handsberg-Liga unvorstellbar

Handspiel: Was glaubst Du, wie viele saarländische Teams 2010 noch in der Bundesliga spielen?

Detlef Klein: Burbach ist ja auf jeden Fall schon mal drin. Für Ottweiler, Bliesen und Heusweiler wird es verdammt eng. Ich denke, dass sich, auf kurz oder lang, nur noch Burbach in der Bundesliga halten wird, es sei denn, die Vereine des STFV bündeln ihre Kräfte zu schlagkräftigen Mannschaften.

Handspiel: Ist Kräfte bündeln aber nicht nur ne kurzfristige Lösung?

Detlef Klein: Wenn wir dauerhaft 3-4 Mannschaften in der 1. Bundesliga haben wollen, sehe ich das nicht so. Man schaue sich nur die Situation im saarländischen Fußball an. Der Fans ihr größtes Fest ist es, wenn der 1. FCS gegen Homburg in der 5. Liga gewinnt. So lange die so darüber denken, wird es im Saarland auch nichts mit dem erstklassigen Fußball!

Handspiel: Wenn dich Dieter Peuser um einen Tipp bitten würde, was würdest Du ihm sagen?

Detlef Klein: Die Welt ist durch den elektronischen Datenverkehr kleiner geworden. Mein Tipp wäre, mehr Präsenz auf unserer Website zeigen. Das muss er nicht alles selber tun, dafür gibt es auch noch die Vorstandsmitglieder.
Leider bleiben dort zu viele Fragen (Forum) unbeantwortet, man darf aber nicht vergessen, dass es außer dem Tischfußball noch ein anderes Leben gibt!
Ansonsten gibt es noch einige andere Themen (Soccerliga, Schiedsrichterwesen, usw..), die ich an den Vorstandssitzungen ansprechen werde.

Handspiel: Mit welchem Ziel hast Du dein neues Amt angetreten?

Detlef Klein: Grundsätzlich denke ich, dass nicht alles schlecht war, was vor meinem Amtsantritts im Schiedsgericht gelaufen war. Trotzdem gibt es einige Punkte, an denen ich arbeiten werde. Unsere Spielordnung weißt nach wie vor so manche Lücke auf bzw. lässt sie viel Spielraum für Auslegung, da gilt es noch was zu tun. Ferner ist es eine Überlegung von mir, dass wir einen Strafenkatalog erstellen. Dann wäre auch jedem klar, welches Strafmaß ihn bei einem Vergehen erwartet. Das Schiedsgericht ist mittlerweile auch etwas anders organisiert, für Einladungen und Urteile wurden einheitliche Formblätter erstellt, Zeugenaussagen werden protokolliert und alles wird auch gegen gelesen um Fehler möglichst zu vermeiden.

Handspiel: Hast du vielleicht eine Bitte oder eine Message an die Leser?

Detlef Klein: Ich habe den Eindruck, dass in der letzten Zeit die Vergehen wieder zunehmen. Beleidigungen, Drohungen, Tätlichkeit und Spielabbruch nehmen nach meiner subjektiven Meinung zu.
So manch einer, der zu „Gast“ beim Schiedsgericht war, findet es sogar in Ordnung, wenn er seinem Gegenüber mal so richtig seine „Meinung“ gesagt hat. Wenn es dann Strafen hagelt, stößt man auch noch auf Unverständnis. Schon oft wurde ich in den vergangenen Jahren auf unsere Urteile angesprochen, nicht selten von Leuten, die irgendwo was gehört haben, und dann meinen, sie könnten sich daraus ein Urteil bilden.
Nur mal ein Beispiel:
Wir hatten mal einen Fall bei dem es um einen weggerissenen Ball ging. Die beschuldigte Partei brachte einen neutralen Zuschauer mit. Als wir diesen baten uns am Tischfußball zu zeigen wie stark das Anschlagen war, staunten wir nicht schlecht! Auf die Frage, ob das nicht ein wenig zu hart war, sagte er, „das ist normal und so spiele ich immer!“. Wir urteilten zu Gunsten der benachteiligten Partei und die Beschuldigten beschwerten sich später, warum sie nicht recht bekamen, schließlich hatten sie einen neutralen Zuschauer vorzuweisen.
Dieses Beispiel soll nur zeigen, das Schiedsgericht steht eigentlich immer in der Kritik und Hobbyrichter gibt es in Deutschland zuhauf. dass wir zum Beispiel bei gleichem Vergehen unterschiedliche Strafen aussprechen, liegt nicht am „Nasenfaktor“ oder Voreingenommenheit, sondern lediglich daran, dass wir ein „Sündenregister“ führen. Wiederholungstäter werden daher härter bestraft als Personen, die erstmals vor dem Schiedsgericht stehen und dabei vielleicht auch noch einsichtig und geständig sind.
Ich wünsche mir, sportliches Fairplay und respektvoller Umgang miteinander würde mehr Einzug im Tischfußball halten. Ferner wünsche ich mir, dass den Urteilen des Schiedsgerichts mehr Respekt gezollt wird. Letztendlich sitzen dort die von der Mitgliederversammlung gewählten Vertreter, die bis spät in der Nacht für Euch zu Gericht sitzen. Ich kann euch versichern, wir machen es uns dort nicht leicht!


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